5 Tage Athen im Oktober

5 Tage Athen – es gibt viel zu sehn.

Erstmal einen Überblick verschaffen – der Lykabettus

Früh morgens saß ich nun im Ryanair Flieger von Sofia nach Athen. Der Kaffee war teurer als bei Wizzair – dafür das Ticket günstiger, da ich nur mit Handgepäck reise. Griechenland begrüßte mich mit einem sagenhaften Sonnenaufgang. Sieht aus, als gäbe es noch ein bißchen Sommer für mich. Yes.

sonnenaufgang-griechenland

Gelandet in Athen, entschied ich mich, mit der U-Bahn Linie 3 in die Stadt zu fahren. Das Ticket kostet stolze 10 € One way. Es gibt auch ein Ticket mit Rückfahrt, aber das gilt nur 3 Tage. Man kauft sein Ticket einfach am Automaten oder am Schalter. Einfach den Schildern „trains“ folgen – in einer runden Halle gibt es die Tickets. Der Kauf macht übrigens Sinn: Kaum im Zug, kamen die Kontrolleure und haben den ein oder anderen ohne Ticket erwischt.

In der Ubahn merkte ich ziemlich schnell, dass ich aus dem entspannten Wochenend-Sofia in ein hippliges Montag-Morgen-Athen geraten war. Es war bzw. wurde voll. Ich fuhr ca. 45 Minuten bis zum Syntagma-Platz (ΣΥΝΤΑΓΜΑ). Inzwischen war es auch deutlich wärmer, als in Sofia. Morgens um 9 Uhr ca. 17 Grad.

Mein Hotel – diesmal 3 Sterne ohne Frühstück – das Best Western Museum Hotel Athens – liegt 1,8 Kilometer nördlich vom Syntagma-Platz, zu Fuß 20 Minuten, ich hab eh noch Zeit. Erst über die große Panepistimiou Straße und dann durch einige Gassen. Die Gegend ist nicht wirklich Hochglanz, aber ganz ok, etwas alternativ geprägt. Viel Graffiti (vielleicht auch ein wenig street art 🙂 ), viel kaputt oder sich selbst überlassen.

Das Hotel macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck und zu meiner positiven Überraschung haben sie um 10 Uhr morgens schon ein Zimmer für mich gehabt. Das Zimmer ist in Ordnung, gutes Doppelbett, sogar ein kleiner Balkon mit Blick auf das nationale archäologische Museum. Nur die Dusche ist für große Menschen mit etwas breiteren Schultern eindeutig zu klein.

Mount lykabettus
Der Athener Stadtberg Lykabettus liegt hoch über der Stadt.

Ganz in der Nähe vom Hotel liegt der Athener Stadtberg Lykabettus, von dem man die ganze Stadt überblicken kann. Es führen mehrere Wege herauf, am Ende ist man 277m über dem Meeresspiegel und hat tatsächlich einen sagenhaften Ausblick. Der Anstieg hat mich bei inzwischen 20 Grad und Sonnenschein gut ins Schwitzen gebracht. Es hätte auch eine Seilbahn ab Ploutarchou Straße gegeben, aber laufen ist doch schöner. Oben gibts eine Kirche und ein Restaurant. Gute Gelegenheit um mal etwas griechisches zu essen 🙂 Das Moussaka war sehr lecker und das griechische Bier ist auch nicht schlecht.

View on Akropolis
Vom Lykabettus hat meinen wunderbaren Blick auf die Akropolis

Auf der anderen Seite vom Berg ging es wieder herunter, vorbei an der Deutschen Botschaft, am „Kriegsmuseum“ und am Byzantinischen Museum. Nun schlenderte ich ein wenig durch den „Nationalgarten“ – hier kann man wunderbar abschalten, Hasen und Ziegen füttern und auch ein wenig Schatten bekommen. Im Nationalgarten liegt auch das schöne Zappeion, welches jetzt wohl eine Event-Location ist und gerade die „Athens Xclusive Designers Week“ beherbergte. Vom Berg herunter hatte ich das Panathinaiko-Stadion erspäht; das sollte mein nächstes Ziel sein. Leider bin ich versehentlich am Olympieion gelandet.

Akropolis Ticket PaketHier hab ich mir gleich das Ticket Package gekauft, mit dem ich auch in die Akropolis und 7 weitere Museen gehen konnte. Das Paket kostete 30 €, was angesichts von 20 € allein für die Akropolis für mich ok war. Allerdings hätte ich das Olympieion nicht wirklich besichtigen müssen, durch den Zaun am Hadrianstor zu schauen, hätte für meinen Bedarf schon ausgereicht. Nachdem ich meinen Irrtum bemerkt hatte, machte ich mich auf zum Panathinaiko-Stadion.

Das Panathinaiko-Stadion ist das erste Olypiastadion der Neuzeit. Es wurde 1896 für die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit genutzt und an der Stelle des antiken Stadions rekonstruiert. Es ist komplett aus Marmor und wirklich beeindruckend. Die 5 € Eintritt (Klar, dass das nicht im Ticket Package enthalten ist…)  lohnen sich wirklich. Der kostenlose Audioguide u.a. auf Deutsch erzählt von der Geschichte des Stadions.

Auf zur Akropolis

Hadrians Bibliothek
Bunte Vasen gibt es schon länger als man denkt.

Am Dienstag startete ich in Richtung Akropolis, zu Fuß, wie bisher auch. Auf dem Weg zur Akropolis klapperte ich gleich noch Hadrians Bibliothek und die Agora ab. Beides lag auf dem Weg und beides war im Ticket-Paket enthalten. Hadrians Bibliothek war wieder so eine Stätte, die man auch super von außen sehen kann. Es gibt allerdings ein kleines Gebäude mit ein paar Ausstellungsstücken, die mich überraschten. Geschichte aus dieser Epoche hatte für mich bisher immer diese helle, säulenartige Farblosigkeit. Nun weiß ich – auch damals gab es buntes Geschirr. Und noch nicht nur das: In der Agora werden auch viele Dinge ausgestellt, die in den letzten Jahren / Jahrhunderten so ausgegraben wurden. Am meisten hat mich beeindruckt, dass es 400 Jahre vor Christus schon Spielzeug gab. Vielleicht naheliegend, aber so ganz allgemein, könnte man annehmen, dass immer nur Vasen und Kelche durch die Gegend getragen wurden 🙂

akropolis Athens

Im Anschluss ging es nun aber hoch zur beeindruckenden und allgegenwärtigen Akropolis. Wenn man sich überlegt, was damals mit den vorhandenen Mitteln so gebaut wurde – schon krass. Oben muss man ein wenig aufpassen, die Steine sind wirklich glatt, bei Regen würde ich da nicht hingehen. Auf dem naheliegenden Berg des Mars kann man dann noch ein bissel die Seele baumeln lassen bzw. auch im Oktober noch ein Sonnenbad nehmen.

Abends bin ich nochmal los gezogen. Einerseits wollte ich die beleuchteten Sehenswürdigkeiten bewundern und andererseits wollte ich gern mal in eine Roof Top Bar. Ich hatte mir ein paar Orte rausgesucht. Meine erste Wahl viel auf das Bios – keine typische Cocktilbar, eher ein Kulturzentrum mit Bar auf der Dachterrasse. Dort angekommen musste ich leider feststellen, dass die Terasse geschlossen war. Also trank ich unten ein Bier und zog weiter in Richtung 360 Cocktailbar. Hier wollte man mir aber leider keinen Sitzplatz mit Aussicht geben, weswegen ich in das 100 m entfernte „A for Athens“ ging. Gute Entscheidung. Von hier konnte ich nicht nur die Akropolis anschauen, ich konnte auch auf die 360 Bar herunter schauen 😉 Ich trank ein griechisches Bier für ca. 7 €, machte ein paar Fotos und zog weiter auf der Suche nach einem Club. Nachdem sich viel vom Nachtleben in Glyfada abzuspielen scheint, war ich froh zwei Clubs in der Nähe gefunden zu haben. Zuerst ging es zum Six Dogs und dann weiter zum Boiler. Letztlich war ich in keinem von beiden drin, denn es war erkennbar nichts los. Vielleicht war ich zu früh oder es war einfach zu Dienstag.

Mittwoch am Strand und Kultur

Am Mittwoch sollte laut Wetterbericht der letzte sonnige Tag in Athen sein – logisch, dass ich da an den Strand fahre. Also ging es los. Zum Strand fährt man am besten mit der Tram Linie 5 ab Syntagma-Platz – ist überall zu lesen. Gesagt getan. Nur, dass ich dort erstmal keine Straßenbahn finden konnte. Sie fährt nämlich ab Syntagma-Platz erst los. Man muss also schon etwas suchen bzw. sich zu der Ecke Othonos-Straße / Syntagma-Platz bewegen. Von dort fährt die Linie 5 im 15 Minuten Takt nach Glyfada. Ein Ticket gibts am Schalter und am Automaten für 1,40 €. Es macht definitiv Sinn, gleich 2 oder 3 zu kaufen. (Später mehr dazu.) Da die Tram gerade da stand bin ich eingestiegen. In der Tram gibt es aber leider keinen Entwerter. Also bin ich nach 2 Stationen wieder ausgestiegen – der erste Entwerter ging nicht. Der zweite schon. Die Tram war inzwischen weg. So konnte ich wenigstens die Viertelstunde sinnvoll nutzen und einer englischen Familie sagen, dass sie ihr Ticket entwerten müssen.

Mit der nächsten Tram ging es dann schön am Wasser entlang bis Glyfada Endhaltestelle. Entgegen meinen Erwartungen waren hier nicht 20 Beachclubs und haben auf mich gewartet. Es sah alles etwas verlassen aus, aber mit etwas suchen, fand ich dann den Eingang des „S Beach“ Club. Er war geöffnet und es gab Liegen. Nach einer Stunde wollte ich nochmal zu einem anderen Beachclub – und vor allem wollte ich ein Handtuch. Es war nämlich echt heiß – badeheiß. Also lief ich durch die Straßen von Glyfada vorbei an unzähligen Geschäften auf der Suche nach einem Handtuch. Leichter gesagt als getan, wenn schon Merry X-Mas im Radio läuft. Nach 30 Minuten gab ich entnervt auf und fuhr mit der Tram zurück bis Edem. Hier kam mir am Strand auch endlich ein fliegender Händler mit Handtüchern entgegen. Ich hab ihm das hässlichste und billigste Handtuch für 7 € abgekauft und bin schwimmen gegangen. Das Meer hatte bestimmt noch 22 Grad und nach der Rennerei war es einfach an der Zeit…

Die Rückfahrt von Edem nach Syntagma gestaltete sich dann leider etwas kompliziert. Zwar fahren hier mehrere Tramlinien abwechselnd alle 7-8 Minuten, aber am Fahrscheinautomaten der Tram sind meine letzten Münzen (nebeneinander!!!)  im Schacht stecken geblieben. Scheine hatte ich nicht mehr. Also eine Station zu Fuß weiter zum nächsten Automaten, zwischendurch Geld abheben. Der zweite Automat war völlig ausser Betrieb. Weiter zum nächsten Automaten. Der nahm, wie wahrscheinlich alle, nur 5 oder 10 € Noten. Ich hatte mir aber gerade 4 Zwanziger gezogen… also weiter zum nächsten Automaten. Zwischendurch ne Cola gekauft für das Wechselgeld. Tja. Was soll ich sagen. Der fünfte Automat hat mein 2 € Stück mangels Wechselgeld abgelehnt. Ich bin noch nie mit einem so guten Gefühl schwarz gefahren.

Megaron Konzerthalle AthenFür abends hatte ich in der (deutschsprachigen) griechischen Online-Zeitung gelesen, dass es ein Konzert der Royal Orchestra Concertgebouw Amsterdam in der Athener Konzerthalle Megaron gibt.  Ich hätte mir schon am Strand ein Ticket gekauft, wenn meine Bank nicht eine TAN von mir für den Kreditkarten-Kauf gewollt hätte. Also bin ich zu 20:30 hin, hab mir ein Ticket gekauft – und schon saß ich im Konzert. Unter der Leitung des Dirigenten Daniele Gatt wurden Auszüge aus Opern von Richard Wagner, Gustav Mahler und Alban Berg gespielt und – der Besuch hat sich gelohnt. Gelungener Abend. Gute Musik, interessante Atmosphäre.

Aussicht, Aussicht, Aussicht

Am Donnerstag ließ ich es ruhig angehen. Das Wetter war nicht besonders, 17 Grad, bewölkt und sonst nicht viel. Ich startete mit einem Mittag im „Thissio View“ mit bester Aussicht von der Dachterrasse auf die Akropolis. Nicht nur satt essen, auch satt gucken. Schließlich bin ich nicht mehr lange hier. In ein weiteres Museum wollte ich nicht mehr, also kam ich drauf, mir das Stavros Niarchos Foundation Cultural Center anzuschauen. Hinfahren wollte ich mit der Buslinie B2, aber es gab weit und breit keine Tickets. Der Busfahrer hat auch keine verkauft. Nachdem ich zwei Stationen gelaufen bin, bin ich in den Bus gestiegen. Ich habe gelesen, dass in Athen sehr viel schwarz gefahren wird. Zumindest Touristen würden es wohl nicht machen, wenn es leichter wäre an Tickets zu kommen.

Das Stavros Niarchos Foundation Cultural Center erwies sich als ein absoluter Glückstreffer. Es ist ein wunderbar angelegter Park, der mit einer Steigung nach oben geht, bis man viele Meter über dem Meeresspiegel ist. Im Park duftet es nach Kräutern und ehe man sich versieht ist man auf Augenhöhe mit Akropolis, Wolkenkratzern und Lykabettus. Der Eintritt ist frei, man hat eine Rundumsicht auf Athen und Piräus und oben gibt es zudem noch eine Kunstausstellung. Und für wen die Bilder nichts sind – es gibt auch ein Fernrohr zum Schiffe beobachten 🙂

snfcc
2016 fertig gestellt: Das Stavros Niarchos Foundation Cultural Center

Tja. Und wenn man so da oben steht, fragt man sich, was ist eigentlich unten drunter? Ganz einfach. Seit 2016 ist die griechische Nationaloper sowie die Nationalbibliothek in diesem beeindruckenden Gebäude untergebracht. Schaut´s euch an, es ist noch ziemlich neu.

Abends wollte ich eigentlich noch ins Kino gehen… aber google maps hat mir einen Streich gespielt. Da wo ich pünktlich zum Beginn erschien, gab es kein Kino.

Parade, Piräus, Postkarten

Freitag, mein letzter voller Tag in Athen. Der 28. Oktober ist in Griechenland Nationalfeiertag, der so genannte „Oxi-Tag“. In absoluter Kürze: Es wird gefeiert, dass das von Benito Mussolini am 28. Oktober 1940 an Griechenland gestellte Ultimatum vor dem Beginn des Griechisch-Italienischen Kriegs abgelehnt wurde.

Der Tag wird im ganzen Land mit Paraden von Schulen, Sportvereinen, Pfadfindern, Militär und wer sonst noch so laufen kann, begangen. Das wollte ich mir natürlich anschauen. Also habe ich mich, nach einem leckeren Frühstück, gegen 10 Uhr am Syntagma-Platz eingefunden. Der Platz war schon abgesperrt, die Tribüne für die Prominenz war aufgebaut. Bei der Gelegenheit konnte ich mir auch nochmal den Wachwechsel der Präsidentengarde anschauen. Die Straßen war im 10m Abstand von Polizisten gesäumt und es fanden sich so langsam die Zuschauer ein. Ich hab es mir in der Loge des kleinen Mannes – einer Bushaltestelle gegenüber des Amalia Hotels – gemütlich gemacht, da es recht windig war und etwas tröpfelte. Pünktlich um 11 Uhr ging es los, angeführt von einer Blaskapelle zogen Abordnungen von verschiedenen Schulen in Schuluniformen an mir vorbei. Ein großes Highlight waren die Lehrer bzw. Verantwortlichen, die versucht haben, die Kinder in Reih und Glied zu halten 😉 Stark besucht war die Parade nicht – ich denke es waren maximal die Angehörigen, der Paradenteilnehmer, die dann auch vereinzelt applaudierten, wenn jemand bekanntes vorbei zog. Einzige Ausnahme, war eine Gruppe von Behinderten – als diese vorbeizog, applaudierten alle, selbst die Polizisten am Straßenrand. Große Geste.

Nach 30 Minuten war die Parade schon vorbei und alles löste sich sehr schnell auf. Abends im TV habe ich gesehen, dass andernorts deutlich mehr los war. In Thessaloniki gab es eine richtige Militärparade inklusive F-16 Kampfjet, Hubschraubern und Fallschirmspringern – der Bericht in den Nachrichten ging fast 10 Minuten(!) und zeigte ausführlich wie der Flieger seine Haken schlug und die Ehrengäste bedächtig hinterher schauten.

Ich hatte damit gerechnet, dass die Parade länger dauert, bzw. dass in der Stadt an dem Nationalfeiertag mehr los ist – aber er war nichts los. Viele Geschäfte waren geschlossen und es war sehr leer. Aber gut, die meisten haben das lange Wochenende sicher anders genutzt – ist ja bei uns nicht anders am 3. Oktober. Also entschloss ich mich, nach Piräus zu fahren. Gesagt getan, mit der Ubahn Linie M1 fuhr ich für 1,40 € nach Piräus Endhaltestelle. (Metrotickets gibt es erfreulicher Weise am Automatden, und wechseln kann der auch.)

In Piräus habe ich einiges falsch gemacht, aber am Ende doch Glück gehabt. Mein Fehler war, dass ich dachte, eine Endhaltestelle der Metro „mitten in Piräus“ wird auch mitten in der Stadt sein. Naja, direkt wenn man aus der Metro kommt und nach rechts geht, ist man am Hafen, wo unzählige Fähren abfahren. Uninformiert wie ich war, dachte ich, ich müsste nur lang genug am Wasser lang gehen, bis ich auf so etwas wie eine Promenade stoße. Fehlanzeige. Ich ging grob die Akti Miaouli Straße entlang bis ich aufs Meer schauen konnte. Aber er war immer und alles nur eingezäuntes Hafengelände. Immer nur Schiffe, Hallen, Terminals. Die Suche nach Roof Top Bar Piräus hat auch nichts ergeben… Nachdem ich also enttäuscht umgekehrt bin und die Akti Miaouli wieder zurück lief, erspähte mein Auge aber 2 Marine Schiffe und ein Uboot, an denen verdächtig viele Menschen standen. Also ging ich hin und siehe da: Nationalfeiertag = Tag der offenen Luke bei der Marine. Ich hab mich direkt beim Uboot angestellt, da ich noch nie in einem intakten U-Boot war. Das einzige U-Boot, dass ich überhaupt schonmal gesehen habe, war das Technische Museum U-995 in Laboe vor ca. 20 Jahren.

submarine in Piraeus
So eine Gelegenheit bekommt man nicht alle Tage. Ein echtes U-Boot.

Die Schlange war nicht besonders lang, aber in so eine Konservendose passen halt auch nicht viele Besucher hinein. Nach ca. 1h Warten hatte ich es geschafft und bekam dann sogar eine private Führung, da einer der Matrosen gemerkt hatte, dass ich kein Wort griechisch verstehe. Das war echt nett und auch sehr interessant. Fotos machen durfte ich drinnen natürlich nicht. Aber wer schonmal „Jagd auf Roter Oktober“ gesehen hat, weiß eigentlich wie es drinnen aussieht. Dafür, dass das Schiff ca. 55 Meter lang ist, ist es einerseits ziemlich eng und klein. Andererseits – ging es unter dem Fußboden noch ziemlich weit nach unten – größer als gedacht so ein U-Boot. Auf meine Frage, wie tief sie tauchen können, meinte er, das wäre ein militärisches Geheimnis – aber 200 Meter würden mindestens drin sein. 5m würden mir auch reichen 😉

Im Anschluß habe ich noch eins der anderen Boote besucht, aber die waren nicht annähernd so interessant wie das U-Boot.

Falsch war an meinen Rundgang in Piräus so gesehen, dass ich eben die ganze Zeit an dem großen Hafengelände rum geschlichen bin. Stattdessen hätte ich eigentlich nur 1.000m weiter nach Südosten gehen müssen. Da wären dann

  • Zéa Marína, der größte griechische Yachthafen mit Luxusyachten aus aller Welt;
  • Mikrolímano / Turkolímano, ein Fischerhafen, umgeben von zahlreichen Restaurants und
  • der Museumshafen zu bestaunen gewesen.

Nun gut, ich war in einem echten U-Boot. Auch cool.

Tja, dann gings schon zurück mit der Metro ins Zentrum. Da fiel es mir wieder ein. Postkarten! Gekauft hatte ich sie schon, aber ich brauchte Briefmarken. Im Internet stand, viele Kioske verkaufen Briefmarken. Alle, die ich gefragt habe, gehörten nicht dazu. Immer hieß es: Geh ins Post office. Ich habe zwar eine Postfiliale gefunden (in nem ziemlich runtergekommenen Viertel inklusive Junkies.), aber die war wie erwartet geschlossen. Meine Hoffnung auf Briefmarkenautomaten erfüllte sich leider nicht. Tja, merke: Nationalfeiertag = U-Boote geöffnet, Postfilialen geschlossen.

Also entweder am Flughafen oder mal wieder deutsche Briefmarken. Mal sehen.

Wie kommt man Samstag morgens zum Flughafen in Athen?

Samstag ging es dann leider schon um 06:30 ab Athen Airport über Zürich nach Nürnberg. Da ein Taxi für mich alleine scheinbar ziemlich teuer wäre, habe ich mich entschlossen, mit dem Flughafenbus X95 zu fahren, der angeblich rund um die Uhr im 15 Minuten-Takt fährt. Spätestens 04:30 muss ich in den Bus steigen, um ca. 5:30 am Flughafen zu sein. Das wird früh….  soweit der Plan.

Ich habe online gelesen, dass der X95 ab Syntagma-Platz fährt und dies im Viertelstunden – Takt. Also Wecker auf 3:40 gestellt und gegen 04.05 das Hotel verlassen. Zu Fuß ging es die knapp 2km zum Syntagma-Platz, so dass ich genau um 04.25 da war. Es sollte um 4:25 und 4:40 Uhr ein Bus fahren. Am Syntagma-Platz angekommen, hatte ich das gleiche Problem wie mit der Tram nach Glyfada. Überall steht, der Bus fährt ab Syntagma-Platz – aber nirgends steht wo genau. So ein Platz ist groß und der Syntagma-Platz hat mindestens zwei Bushaltestellen.

x95 Abfahrt vom Syntagmaplatz zum Flughafen Athen
Hier gibt es den Fahrschein und hier fährt auch der X95 zum Flughafen ab.

Natürlich bin ich zuerst zur falschen gegangen. Von dort aus konnte ich dann den X95 noch pünktlich abfahren sehen. Aber gut, dafür hatte ich ja den Puffer mit dem Bus um 04:40 eingeplant. Die gute Nachricht: Der Fahrscheinschalter direkt an der Haltestelle war geöffnet. Ein Ticket mit dem X95 kostet – Stand Oktober 2016 – 6 € one way. Der nächste Bus kam dann auch pünktlich um entspannt einzusteigen und fuhr – bedingt durch immer wieder ankommende Fahrgäste 2-3 Minuten zu spät los. Es ging vorbei am Hilton und am Megaron (wo ich Mittwoch zum Konzert war) bis zum Flughafen. Der Bus hat an ca. 10 Haltestellen angehalten – wer nach dem Syntagma-Platz einstieg, durfte beim Busfahrer zahlen. Genau das hat aber echt Zeit gekostet. Tut euch, den Mitreisenden und dem Busfahrer einen Gefallen und bringt passendes Geld mit für den Fahrschein. Alles in allem war der Bus aber nur gute 50 Minuten unterwegs. Verkehr war kaum, aber die Ampeln sind an. Ich denke Montags um 10 Uhr vormittags braucht der Bus deutlich länger als die 50 Minuten heute. Ich war also 5:35 Uhr am Flughafen und ab da war es wirklich entspannt. Ich brauchte mit schnellen Schritten inklusive Sicherheitscheck keine 15 Minuten bis zum Gate. Briefmarken hab ich natürlich vergessen.

Ich hatte mich dazu entschlossen, mein gesamtes Gepäck ins Handgepäck mitzunehmen, da ich in Zürich nur 30 Minuten zum umsteigen hatte, und ungern meinen Koffer (wenn auch nur vorübergehend) verlieren wollte. Mein Flieger ist dann sogar mit 20 Minuten Verspätung erst um 06:50 gestartet… Fazit: Samstags morgens um 5 kann man schon etwas knapper kalkulieren.

Meine Vorahnung mit dem Gepäck sollte sich leider noch als sinnvoll erweisen. Da wir zu spät gestartet sind, kamen wir in Zürich auch zu spät an – zwar nur 10-20 Minuten, aber für meinen Anschlussflug nach Nürnberg war das leider schon zu knapp. Ich wurde dann direkt umgebucht und so sitze ich nun gerade in Frankfurt, wo ich um 13:15 nach Nürnberg fliegen darf.