Der Victoria Tag in Victoria B.C. auf Vancouver Island

Von Montag dem 22. Mai 2017 – Tag 16 – Victoria, Swartz Bay, Tsawwassen, George Cruise Victoria

Montag, 22. Mai 2017, wir sind jetzt schon gute zwei Wochen in Kanada unterwegs und sind auf der Cedar Springs Ranch aufgewacht, einem scheinbar ganz netten Campingplatz, wenn man sich nicht für das Umfeld interessiert. Nach dem Frühstück ging es gegen 10 Uhr los für 27 Kilometer Richtung Victoria, die größte Stadt auf Vancouver Island. Wir rollerten die schreckliche Auffahrt vom Campground runter und folgten dem Highway 1 bis ins Stadtgebiet von Victoria.

Victoria Tag in Victoria B.C.

Da heute am Montag zufällig der Victoria Day gefeiert wird, war auf den Straßen angenehm wenig los. Da unser 10 m Gefährt in der Stadt nicht wirklich ein Spaßmobil ist, haben wir uns vorher ausführlich mit der Parkplatzsuche in Victoria auf Google maps beschäftigt. Merke: Nicht alles was aussieht wie ein Parkplatz ist auch einer. Autohäuser sehen von oben auch aus wie Parkplätze 😉 Da wir online nicht wirklich den perfekten RV / Wohnmobilparkplatz in Victoria BC finden konnten (uns wurden nur RV Parks angezeigt, Google ist also immer noch nicht perfekt), fuhren wir erstmal nach Victoria West, möglichst nah an die Johnson Street Bridge heran, um dann über eben diese Brücke nach Downtown laufen zu können. Was soll ich sagen, der Plan ging super auf. Wir fuhren bis Tyee Road und parkten hier ganz entspannt seitwärts ein. Da heute Feiertag ist, mussten wir uns auch über die Parkbeschränkungen (Montag bis Samstag) keine Gedanken machen. Bei guten 25 Grad spazierten wir über die Johnson Bridge und liefen die Johnson Street hoch bis zum Highway 1, der hier durch die Innenstadt verläuft. Trotz Feiertag waren ca. 2-3 der Geschäfte offen, los war aber nichts. Am Highway 1 konnten wir dann auch erkennen, warum sonst nichts los war. Es gab eine große Parade anlässlich des Victoria Days. Es schien wie bei solchen Paraden üblich so ca. jeder Verein und jede Schule begleitet von jedem Orchester der Stadt durch die Straße zu ziehen. Es sah sehr bunt aus und schien allen Spaß zu bereiten. Batman, Superman und Spiderman waren auch dabei. Leider endete die Parade schon um 12, wir haben also nur einen Schnipsel davon gesehen. Wir liefen weiter Richtung Altstadt bzw. Hafen und entschlossen uns zu einer Hafenrundfahrt, genauer gesagt der George Cruise. Diese sollte ca. 75 Minuten dauern und kostete 30 $ pro Nase. Maximal 10 Passagiere machten das ganze recht persönlich. Unser Kapitän unterstrich das auch gleich, indem er uns aufs Boot geleitete und direkt für 5 Minuten verließ, mit den Worten: „macht euch schon mal untereinander bekannt“. Und da ein sehr rüstiges Seniorenpaar aus Australien an Bord war, wurde dieser Aufforderung auch Folge geleistet. So waren da also zwei Rentner aus Australien, die eine ähnliche Rundreise wie wir hinter sich hatten, ein junges Paar aus Victoria mit ihren Schwiegereltern aus Vancouver, Christoph und Katrin aus Nuremberg, sowie eine junge Innenarchitektin, ursprünglich aus Tirana (Kommentar Kapitän: Great, a tax payer in Canada“, mit ihrem in Vancouver geborenen Sohn. Und unser sehr erfahrener Kapitän, dessen Namen ich mir leider nicht gemerkt habe. Die Tour war sehr kurzweilig und unterhaltsam. Geschickt wurden die Passagierinfos in die Führung miteingebracht. So erfuhren wir, dass die Johnston Street Bridge das kanadische Pendant zum Flughafen BER sei, dass in Victoria inzwischen mehr Coffeeshops (ja die ohne Kaffee) als Pubs existieren wo der erste Swimmingpool von Victoria entstand. Natürlich noch vieles mehr, die Tour war wirklich schön, vorausgesetzt man versteht englisch.

Im Anschluss an die Tour folgten wir dem Tipp des Kapitäns (weil wir ja Deutsche sind) und besuchten das Canoe Pub. Ein Pub in dem sie ihr Bier selbst brauen. Wir genossen ein Bier und einen Burger und waren für die Sonnenschirme sehr dankbar. Denn so einem Sommer, wie er plötzlich seit 2 Tagen anhielt, waren wir nach den vielen Schneetagen auf unserer Tour noch nicht gewachsen.  Wir schlenderten dann noch etwas durch Downtown und vertrödelten unsere Zeit.

Mit der Fähre von Swartz Bay nach Tsawwassen

Gegen 17 Uhr machten wir uns auf den Rückweg zu unserem Wagen und fuhren die verbliebenen 32 Kilometer nach Swartz Bay zum Fährterminal. Auf dem Highway dorthin sahen wir schon auf einer Infotafel, dass die Fähren um 6 & 7 pm bereits ausgebucht sind und dass um 8 eventuell noch was ginge. Man muss wissen, dass das lange Wochenende, was auch tatsächlich als „long weekend“ bezeichnet wird, endete und halb Kanada wieder von der Insel runter wollte. Aber wir hatten ja reserviert 😉

(Kleiner Exkurs Fähre buchen für Victoria Island – wir haben dies direkt bei BC ferries gemacht. Es haben zwar auch deutsche Reisebüros eine Buchung online angeboten, aber Uhrzeiten konnte man da nicht reservieren. Die Buchung in Englisch ist nicht wirklich schwer. Übrigens ist auch ein 31 Fuss RV Wohnmobil ein „standard vehicle“ – aber mit mehr Höhe als für das Autodeck. Wenn man Hin- und Rückfahrt („Round Trip“) zusammen bucht, spart man bares Geld. Wir haben jeweils von Tsawwassen nach Nanaimo und von Swartz Bay nach Tsawwassen One Way Trips gebucht und ordentlich draufgezahlt.)

Und zusätzlich waren wir ja in der LKW Klasse unterwegs und davon gab es an diesem Feiertag sehr wenige. Wir waren nicht wie gefordert zwischen 30 und 60 Minuten vor Abfahrt da, sondern schon gute 100 Minuten. Deutsche eben. Der Einweiser hielt kurz Rücksprache, ob für 20 Uhr schon Reservierungen angenommen wurden – und dann meinte er: „Warnblinker an (Hazzard lights) und diese Spur hier immer weiterfahren.“ Gesagt getan – schon standen wir recht weit vorn – für die 19 Uhr Fähre wohlgemerkt. Eine Stunde früher fahren fanden wir natürlich super. Während der Wartezeit packten wir dann Koffer Nummer zwei und dann ging es auch mit etwas Verspätung gegen 10 vor 7 auf die Fähre. Die Fähre war komplett voll, das hat es etwas unentspannt im Vergleich zur Hinfahrt gemacht, aber dafür war traumhaftes Wetter und es war wirklich noch warm. Kurze Hose. Die Fahrt von Swartz Bay ist ziemlich cool, weil sich die Fähre erstmal durch viele kleine Inseln (Southern Gulf Islands) schlängeln muss, bis sie dann gerade rüber nach Tsawwassen fährt. Den Sonnenuntergang haben wir knapp verpasst, aber auch so bot die Sonne eine traumhafte Kulisse. Kleine Notiz am Rande: Es sind auch noch Delfine vorbei geschwommen. Ja wirklich. Ich hab den Eindruck in Kanada muss man sich nur irgendwo hinstellen und warten – irgendwas kommt schon vorbei. In Tsawwassen angekommen, ging es dann nochmal gut 40 Kilometer in der Dämmerung Richtung Hazelmere, Surrey, wo wir uns für diese Nacht in nem RV Park angemeldet hatten. Wir folgten der 17, dann der 99 und später irgendeiner Landstraße. Ich muss sagen, manchmal ist selbst das Autofahren in Kanada geil. Hinter uns der Sonnenuntergang, schräg vor uns der gewaltige Mount Baker schneebedeckt und über bzw. neben uns gleich mehrere Weißkopfseeadler. Mit letztem Tageslicht erreichten wir den Hazelmere RV Park. Die waren gut organisiert und hatten mir schon per Email geschrieben wo wir wohnen. Im Scheinwerferlicht konnte ich erkennen, dass es sich um einen sehr gepflegten, teils sehr kitschigen Park handelt. Schon komisch, da sind diese RV Parks mitten im Nichts, von denen man denkt, da will keiner hin, und dann sind die voll besucht. Hat ein wenig Kleingartencharakter. Schnell noch für den Flug nach Toronto eingecheckt (ja unser Datenvertrag mit den Typen von ChatR funktionierte im Großraum Vancouver auch endlich wieder) und unsere Koffer bezahlt (52,50 $ für zwei Koffer bei Air Canada).

Vancouver Island – am Strand liegen bei Nebel in Tofino

Von Sonntag dem 21. Mai 2017 – Tag 15, Ucluelet, nochmal Frank Island, Malahat

Diese Nacht haben wir wieder deutlich besser und länger geschlafen. Ist schon ein besseres Gefühl, wenn man weiß auf welchem Platz man übernachten darf. Andererseits bin ich nachs wach geworden, weil ein dumpfes regelmäßges Geräusch in der Ferne ertönte. Als wenn ein Schiff im Hafen hupt. Kurz hab ich überlegt ob es ein Tsunami Alarm sein könnte, aber dafür war es irgendwie zu unaufgeregt. Und Autos konnte ich auch nicht vom Campground flüchten hören. Irgendwann bin ich dann wieder eingeschlafen.

Nach einer Dusche machten wir uns Abreise-fertig und fuhren noch bis ans Ende von Ucluelet bis zum Lighthouse, auch Leuchtturm genannt. Es gibt zwei Parkplätze, wir fuhren bis zum hinteren und fanden noch ausreichend Platz für unser Gefährt.

Lighthouse Loop Trail – lohnt sich

Hier wurde dann auch zufällig mein nächtliches Geräuschproblem aufgelöst. Am Leuchtturm gab es dieses dumpfe Geräusch nur lauter. Eine Art Nebelhorn, welches wohl durch die Wellen ausgelöst wird. Druck und Physik und so. Ein Nebelhorn war aber auch dringend notwendig, denn man sah auf dem Wasser rein gar nichts. Die Sicht aufs Meer war ca. 30 Meter. Nebelschwaden zogen vorbei. Es sah aus, als wären die Wolken vom Himmel gefallen. Wir liefen dann noch den Lighthouse Loop Trail. Eine ca. 2,5 km langen Rundweg, der auf dem Pacific Rim Trail  (10 km einfach) aufbaut und eben Besucher-freundlich wieder da endet, wo man losgelaufen ist. Dieser Trail hat echt Spaß gemacht. Da wir ja bisher aufgrund unserer Bärenangst nicht wirklich groß wandern waren, hat es Spaß gemacht, diesen Rundweg zu gehen. Es ging das erste Stück direkt am Ozean entlang und das immer durch diesen wahnsinnig beeindruckenden Wald mit seinen dicken, hohen Bäumen und dem dichten Unterholz. Wölfe sind sehr aktiv in dieser Gegend stand auf Schildern. Wichtige Hinweise zu Wölfen lauf Hinweis Schild: Nicht weglaufen. Nicht laut oder böse werden. Mit ihnen normal reden und sich groß machen. Und, der beste Tipp überhaupt: Wenn einen ein Wolf angreift, soll man („fight back“) sich doch bitte wehren. Der Trail war gut besucht, d.h. wir haben nicht damit gerechnet einen Wolf zu treffen. Was diesen Trail so schön gemacht hat, war u.a. dass alle 100 Meter eine mit viel Liebe zum Details ausgestaltete Picknick Ecke oder eine Bank kam. Auf dem Trail hat sich echt jemand ausgespielt. Es macht Spaß dort lang zu laufen. Und der Blick auf den Ozean und die kleinen Strände und Buchten war ebenfalls wundervoll. Es war noch so neblig, dass man sich ein wenig an Fluch der Karibik erinnert fühlte. Irgendwann ging dann der Trail durch den Wald wieder zurück zum Parkplatz. Auf dem letzten Stück konnte man lautstark Seehunde hören, die wohl auf einer der vorgelagerten Felsen rumlagen und sich was erzählten. Sehen konnten wir sie aber nicht. Gegen 11 Uhr verließen wir den Lighthouse Parkplatz und entschlossen uns nochmal zum Chester Man Beach bzw. zu Frank Island zu fahren, da es gestern so schön dort war und wir v.a. eine geschützte Ecke suchten um die Sonne ohne Wind zu genießen. (Trotz Nebel gab es da etwas Sonne von oben).  Also wieder 30 km nach Norden Richtung Tofino. Wieder in die Lynn Road und wieder zu den Frank Islands. Alles wie gestern. Der Wind kam aus einer leicht anderen Richtung aber wir machten es uns wieder gemütlich. Wir waren heute früher da und konnten sehen, dass der Übergang zu Frank Island offenbar nass war und wohl bei Flut überspült ist. In der Sonne habe ich die Augen zu gemacht, Katrin hat gelesen. Als ich dann mal Richtung Strand schaute, erschrak ich kurz, denn der gegenüberliegende Strand vom Festland war weg. Nicht, dass die Flut gekommen wäre, die Nebelschwaden waren nur so stark durchgezogen, dass man das andere Ufer nicht sehen konnte. Allerdings war so viel Bewegung drin, dass es bald wieder erschien.

Von Tofino nach Süden bis Malahat

Gegen 14 Uhr hatten wir dann genug und machten uns auf den langen Weg Richtung Victoria. Die ersten 50 km und die letzten 50 km waren die mühsamsten. Das erste Stück wieder die schmalen, kurvigen, bergigen Straßen und die letzten weil ich echt keine Lust mehr zu fahren hatte. Wir mussten ja den gleichen Weg zurück bis Nanaimo und von da noch ein gutes Stück auf Highway 1 nach Süden. Einziges Highlight war zwischendurch die Cathedral Grove mit wunderschönen alten Bäumen. Zwei Rundwege laden dazu ein, im Wald zu laufen und diese Riesen aus nächster Nähe zu bewundern. Da es inzwischen deutlich wärmer als an der Küste war, tat es richtig gut, durch diesen wunderschönen, kühlen Wald zu laufen.

Ansonsten war die Fahrt lang(weilig). Gegen 19 Uhr erreichten wir unser Ziel und ich wäre fast vorbeigefahren. So eine schlechte Auffahrt zum Camingplatz habe ich auch noch nicht erlebt. Man fährt den Highway 1 runter und dann plötzlich und schlecht ausgeschildert – eine 45 Grad Abbiegung quasi sehr scharf rechts und dann direkt bergauf einen Schotterpfad einspurig in den Wald. Was haben wir da nur wieder gebucht. Naja. Der Campingplatz – die Cedar Springs Ranch – ist in Ordnung. Die Lage ist nicht besonders. Aber auch das war ja eine Notbuchung, bis vor einer Woche dachten wir ja noch, ganz Vancouver Island würde auf uns warten – und v.a. dachten wir vor einer Woche noch, dass Vancouver Island für uns nur ein Tagestrip wäre. Am Campingplatz haben wir dann noch einen Moment gebraucht um uns zurecht zu finden. Man muss an dem blauen Haus vorbeifahren, bis weit auf das Gelände, bis man das auf der Webseite gezeigte Office Gebäude sieht. Das blaue Haus vorne ist an jemanden vermietet, der zwar sehr hilfsbereit ist – seine Frau scheint es aber nicht witzig zu finden, dass sie jedes Mal die Neuankömmlinge begrüßen 😀  Nachdem wir uns eingerichtet hatten, ging es schon mal daran, den ersten Koffer zu packen. Was anderes kann man da eh nicht machen. Wir hatten Platz Nummer 7 relativ am Anfang an einem Bretterzaun. Auf der anderen Seite vom Zaun ein riesiger Schrottplatz, dann der unüberwindbare Highway, dann ein paar Bäume und dann Wasser. Auf der anderen Seite des Highways wäre es sicherlich schöner gewesen. Aber gut, packen müssen wir ja auch mal. Morgen dann Victoria B.C.

Auf Vancouver Island unterwegs – Tofino und Ucluelet

Von Samstag dem 20. Mai 2017 – Tag 14, Vancouver Island, Tofino, Ucluelet,

Von Nanaimo nach Tofino

Wir hatten eine unruhige, für unsere Verhältnisse kurze, Nacht im Brannen Lake RV Park & Campsite. Da wir neben dem Bürogebäude geparkt hatten, fuhren auch nachts immer mal wieder einzelne Autos quasi direkt an unserem Bett vorbei. Das Frühstück hielten wir äußerst kurz und machten uns auf den Weg nach Tofino. Vorher warf ich noch schweren Herzens den Umschlag mit 31,50 $ durch den Schlitz der Bürotür. Wir hatten zwar rein gar nichts bekommen, aber wir haben auf ihrem Gelände übernachtet. In nem fremden Land fängt man lieber keinen Streit an. In Parksville haben wir noch getankt – 80 $ zu 1,279 $ je Liter. Wider Erwarten ist Tofino – bis man Parksville erreicht – quasi nicht ausgeschildert. So fuhren wir auch einen kleine Extrarunde bis wir dann den Highway 4 fanden. Highway ist etwas übertrieben. Es ist ne Bundesstraße, die auf den letzten 50 km eher zu einer schlechten Landstraße mutiert. Nachdem es erst recht entspannt vorbei an Seen, Flüssen und durch Wälder ging, geht es das letzte Stück nochmal über die Berge. Bis zu 18% Gefälle müssen überwunden werden, was aber für unsere 10 Zylinder kein Problem war. Die Straße ist aber streckenweise recht schmal (aber immer zweispurig) und einfach schlecht. Aber gut, der ein oder andere Sattelschlepper fährt die Strecke auch und wir haben es auch überstanden. Alles in allem aber gut 3 Stunden von Nanaimo bis Tofino.

Tofino ist auch nur ein Ort

In Tofino bzw. davor haben wir erstmal am Long Beach angehalten. Pa Zi Fik. Schwer zu fassen, dass man jetzt wirklich am anderen Ende der Welt am anderen Ende von nem Ozean steht. Das Wetter war traumhaft sonnig, ca. 17 Grad und ordentlicher Wind. Am Long Beach haben sich viele Surfer in die Wellen gestürzt. Wir haben erstmal was gegessen um dann weiter nach Tofino in den Ort rein zu fahren. Tofino ist ein kleines Nest. Große Parkplätze für Scharen an RVs gibt es nicht. Wir haben 2 Runden gedreht und uns dann an der Ecke Arnet Roard, First Street an der Straße hingestellt um ein wenig durch den Ort zu spazieren. Ist ganz nett, aber wenn man nicht eine Walbeobachtungstour oder einen Surfkurs buchen will, ist man auch schnell durch mit Tofino. In einem Park war noch ein kleiner Markt, wo lokale Händler ihrer Waren anboten und eine kleine Band gespielt hat. Alles ganz entspannt und eigentlich ganz nett. Wir haben noch einen Kaffee getrunken (Es wäre mal interessant zu wissen, wieviel Kaffee weltweit wegen WLAN Zugang in Cafes verkauft wird) und sind dann wieder aus dem Ort raus. Wir wollten noch zum Chesterman Beach. Wir haben in der Lynn Road Ecke Chesterman Beach Road seitlich ganz entspannt geparkt und sind dann zufällig genau an der Spitze auf die Frank Island zu gelaufen. Eine kleine Inselgruppe in Privatbesitz zu der man bei Ebbe einfach trockenen Fußes rüberlaufen kann. Auf den Inseln sind 2-3 Häuser und man darf sie nur bedingt betreten. Wir haben es uns dann im Schatten der Insel mit Blick auf Chesterman Beach im Sand gemütlich gemacht. So lagen wir im Windschatten und konnten die Sonne völlig genießen. Das war richtig schön warm und gemütlich.

Ucluelet kann locker mithalten

Nach 2-3 Stunden brachen wir auf Richtung Zeltplatz. Für heute abend hatten wir mit Ach und Krach noch einen unserviced Platz am Ucluelet Campground bekommen. Nach dem Reinfall am Vortag bei Nanaimo, wollten wir auf jeden Fall noch jemand persönlich antreffen und waren gegen 18 Uhr am Campground. Dieser liegt gleich am Anfang von Ucluelet mit schöner Sicht auf den Hafen. Das war endlich mal wieder ein schöner Campingplatz. Organisiert waren sie auch. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, sind wir noch zum Big Beach runter gelaufen – knapp 2 Kilometer vorbei an neuen Häuschen im Wald. Bauplätze in Kanada sehen ungefähr so aus: Mit dem Radlader in den Wald fahren und was beiseiteschieben. Haus drauf. Fertig. Der Big Beach war recht schön, aber big ist der Strand nicht wirklich. Long Beach war jedenfalls ein Vielfaches von Big Beach. Abends dann noch ein obligatorisches Lagerfeuer, das Holz musste eh weg. Entsprechend der „no tolerance“ gegenüber „long weekend partiers“ hatten wir auf unserem Campingplatz eine sehr ruhige Nacht.

Mit der Fähre nach Vancouver Island – auf ins Wochenende

Von Freitag dem 19. Mai 2017 – Tag 13, Squamish, Tsawwassen, Fähre nach Nanaimo, Whytecliff Park, Grouse Montain

Aufgewacht im Eagle Vista RV Park (Erfahrungsbericht Eagle Vista RV Park) in Squamish ist unser heutiges Tagesziel Vancouver Island. Nach einem entspannten Frühstück und einer langen Dusche im RV Park fuhren wir heute weiter Richtung Süden. In Squamish haben wir nochmal getankt – für 1,269 $ pro Liter. Langsam beschleicht mich der Gedanke, dass wir einen sehr günstigen Start mit den Spritpreisen hatten. Jedenfalls haben wir mal wieder für 100$ getankt, auf günstigere Preise warten schien keinen Sinn mehr zu machen.

Whytecliff Park, Lighthouse Park, Capilano Suspension Bridge, Grouse Mountain

Wir fuhren also die 99 entlang des Fjords mit beeindruckender Kulisse runter, nochmal vorbei am Campingground Porteau Cove den wir gestern so gern gewählt hatten. Als „Sehenswürdigekeiten“ hatten wir uns als erstes den Whytecliff Park an der Horseshoebay rausgesucht. Als wir von der 99 runter fuhren, merkten wir schnell, dass wir in einem engen Wohngebiet sind. Den Marine Drive Richtung Park zu fahren, war zwar landschaftlich sehr sehenswert, fahrtechnisch aber anstrengend. Zum Finale stellten wir dann fest, dass am Whytecliff Park nicht mal ansatzweise Platz für unser Wohnmobil zum Parken vorhanden ist. Also keine lange Diskussion, gleich weiter zum Lighthouse Park noch ein Stück weiter südlich. Also wieder rauf auf den Highway, mit nahezu Schrittgeschwindigkeit durch eine wirklich enge Baustelle und etwas später wieder runter. Wieder auf den Marine Drive und wieder das ernüchternde Ergebnis. Auch am Lighthouse Park war nicht wirklich Parkplatz für ein Wohnmobil unserer Größe. Vielleicht für nen Pickup, oder ein kleineres Wohnmobil. Für uns jedenfalls kein Platz. Jetzt war ich langsam urlaubsreif 🙂 Wir fuhren also noch weiter nach West Vancouver rein. Wir blieben auf dem Marine Drive und der wurde dann auch wieder etwas breiter und gerader. Wir kurvten ein paar Mal um den Ambleside Park herum, fanden dann aber einen guten Parkplatz am Hundestrand um unsere Sandwiches zu essen. Nachdem die kleinen Parks keinen Platz für uns hatten, entschlossen wir uns auf den Grouse Montain hoch zu fahren und vielleicht noch zum Capilano Suspension Bridge. Eine Art Baumwipfelpfad. Wir fuhren also über Marine Drive und Capilano Road zum Grouse Mountain Talstation. Fanden hier einen guten Parkplatz und kauften uns zwei Ticktets für die Seilbahn. 94,40 $ für zwei Personen – also 47,20 $ inklusive Steuern pro Nase für ein Tagesticket. Wir hätten den ganzen Tag hoch und runter fahren können (und sollen bei dem Preis). Wir fuhren hoch und hatten aus der Seilbahn einen super Blick auf Vancouver und auf das Wasser. Man konnte einige Tanker sehen und natürlich die Wolkenkratzer. Leider war es etwas diesig. Oben angekommen staunten wir nicht schlecht, was hier trotz 10 Grad Celsius noch an Schneemassen lag. Ansonsten hatte man das Gefühl, irgendwie in der Zwischensaison angekommen zu sein. Winter war vorbei, auch wenn 2-3 Snowboarder noch unterwegs waren und oben wurde alles für den Sommer schön gemacht. Manches war geschlossen. Immerhin war der Grizzly aufgewacht. Ja genau der Grizzly. Wussten wir nicht, war aber oben dann kaum zu übersehen, dass dort in einem Gehege zwei Grizzly Bären wohnen. Das Winterschlafgehege ist relativ klein, und es hieß die Bären seien erst seit kurzem aufgewacht. (Das Sommergehege ist wohl deutlich größer, sonst hätte mich gewundert, was die hier mit den Tieren anstellen). Mit etwas Ausdauer konnten wir tatsächlich den oder die Grizzlys sehen. Also die sind mal wirklich groß. So ein Schwarzbär ist ja nix dagegen. So einem Bären möchte man wirklich nicht im Wald begegnen. Oben haben wir uns dann noch einen Kaffee und die Aussicht auf Vancouver gegönnt. Traumhaft. Gegen 15 Uhr dachten wir, wir könnten noch den Capilano Suspension Bridge machen und fuhren wieder runter. Kurzer Stopp am Cleveland Damm. Sehr schön. Weiter zum Capilano Suspension Bridge. Naja und hier sind wir dann vorbeigefahren. Die Autoparkplätze waren nämlich richtig voll und die Busparplätze ebenfalls. Abgesehen davon, dass die auch eng sind. Also – da vielleicht lieber mit dem Bus hinfahren. Wohnmobile sind da echt nicht eingeplant.

Auf zur Fähre nach Tsawwassen

Nun waren wir also gut in der Zeit. Wir entschieden uns für den direkten Weg zur Fähre nach Tsawwassen. Schön an einem Freitagnachmittag durch den Feierabend Verkehr. Das war echt anstrengend – da wir aber keinerlei Zeitdruck hatten, störte es uns auch nicht im Stau zu stehen und durch den teils dreispurigen Verkehr zu schwimmen. In Tsawwassen haben wir noch was gegessen und waren dann ca. 2h vor Abfahrt (1h vorher soll man kommen) der Fähre am Terminal. Hat aber keinen gestört, so stehen wir jetzt also in Reihe eins und warten auf die Überfahrt nach Nanaimo für ein chilliges Wochenende auf Vancouver Island (genau wie ganz Kanada). Die Wartezeit konnte ich auch gut mit dem Aufschreiben der heutigen Erlebnisse übrerbrücken. Eben musste ich noch den Kühlschrank ausstellen und den Propantank zudrehen, da das auf dem Schiff so sein muss. Mal schauen wie wir so auf die Fähre passen. Aber es gibt ja durchaus noch größere Trucks in der Schlange.

Wie erwartet passten wir auf die Fähre – und noch deutlich größere Trucks dazu. Die Überfahrt war mit 2 Stunden noch erträglich. Ungewöhnlich war nur, dieses Mal aus dem LKW Deck und nicht wie sonst aus dem PKW Deck zu kommen. Das Wetter war ok, kaum spürbarer Wellengang. Die Fähre fuhr Richtung Osten nach Nanaomi, direkt dem Sonnenuntergang entgegen. Obwohl die Luft einen milden Hauch hatte, war auf Deck der Wind so stark, dass es uns bald rein zog.

In Nanaomi angekommen war es bereits dunkel. Wir fuhren fast als erstes vom Schiff und hatten freie Fahrt. Bis zu unserem Übernachtungsplatz, dem Brannen Lake RV Park & Campsite, waren es nur ca. 20 Kilometer. Wir fuhren ein Stück den Highway 1 lang und dann an der (zweiten) Abfahrt Jingle Pod Road raus. Warum auch immer es zwei Abfahrten mit diesem Namen gibt. Vielleicht um Touristen nachts zu ärgern. Ich fuhr zum ersten Mal im Dunkeln mit dem Wohnmobil. Eigentlich soll man nicht im Dunkeln fahren, wegen der aktiven Tierwelt in Kanada. Aber für dieses Stück ging es, ändern konnten wir es eh nicht. Am Brannen Lake RV angekommen, machte sich leichte Ernüchterung breit. Es war nirgends ein Hinweis darauf, wo bzw. welchen Stellplatz wir zugewiesen bekommen hatten. Das war per Email anders abgemacht. Naja – inzwischen 23 Uhr – war es uns egal. Wir hatten eh einen Platz ohne alles bekommen – so stellten wir uns einfach neben das Bürogebäude. So hatten wir wenigstens gutes WLAN im Wohnmobil.

Von Whistler bis Squamish – zurück am Wasser

Von Donnerstag dem 18. Mai 2017 – Tag 12, Whistler, Squamish

Unser heutiger Tag startete im Riverside Ressort in Whistler. Nachdem wir gestern noch gerade so einen 68 $ teuren Stellplatz bekamen, mussten wir uns heute um 9 Uhr anmelden und bezahlen. Diese Denkpause haben wir genutzt, um unseren ursprünglichen Plan, 2 Nächte in Whistler zu bleiben, über den Haufen zu werfen. 68 $ war uns einfach prinzipiell zu teuer, für den gebotenen Campground: es war nicht sonderlich groß oder gemütlich, Duschen kosteten extra und überhaupt. Wir verliessen also gegen 11 Uhr mit vollem Wassertank und leeren anderen Tanks das Gelände und steuerten die öffentlichen (und kostenlosen) Parkplätze am Blackcomb Way an. Von hier aus erkundeten wir zu Fuß die Stadt, also das Olympia Village und den Rest.

Die Innenstadt von Whistler wirkt wie ein großes Einkaufszentrum. Es reihen sich Geschäfte von allen Winter-/Outdoor-Marken mit Rang und Namen aneinander. Manche auch gleich mehrfach. (z.B. Patagonia, Peak Performance, North Face, Helly Hansen etc.) Dazu eine Vielzahl von Fahrrad- / Ski- / Snowboardläden. Man kann am Angebot der vielen Downhillbikes erkennen, dass die Winter Saison so gut wie vorbei ist. Und dennoch liefen noch einige wenige mit ihrem Snowboard zum Lift. Wir sind die Innenstadt zweimal hoch und runter gelaufen, ich habe mir noch bei roots Canada ein Souvenir gekauft und dann sind wir auch wieder zum Parkplatz. Wenn man nicht vor hat ein Abenteuer zu buchen, kommt man sich in der Innenstadt irgendwann etwas fehl am Platz vor. Das Wetter war aber mit ca. 15 Grad und Sonne sehr angenehm. Wir fuhren dann Stadtauswärts zum Alta-Lake. Nachdem wir uns in der richtigen Wildnis nicht so wohl fühlen (Bären), liefen wir eine Runde an dem See entlang. Nicht ganz rum, aber weit genug. Gegen frühen Nachmittag ging es dann weiter Richtung Squamish. Der Ort stand bisher nicht auf unserem Plan, aber das kommt eben davon, wenn man zu schnell voran kommt 🙂

In der Nebensaison muss man keinen Campground reservieren – oder?

Nach einem Tank- und Supermarktstopp (Sprit 1,269 $ – gefühlt teuer) ging es auf die Suche nach einem Campground. Wir hatten zwar abends schon geschaut, aber so richtig sicher waren wir nicht. Und wir dachten immer noch, wir könnten es uns aussuchen… Ca. 16 Kilometer hinter Squamish liegt direkt am Wasser Porteau Cove – Provincial Marine Park. Gott, wären wir gern da geblieben. 16:30 strahlender Sonnenschein und ein süßer kleiner Campground direkt am Fjord. Leider war der Campground voll. Die Dame am Empfang nannte uns einen anderen und meinte wenn`s da nicht klappt, sollten wir wiederkommen. Ich habe leider nicht geschaltet und diesen kleinen gereichten Finger nicht mit der Hand ergriffen. Wir fuhren also wieder wie vorgeschlagen ca. 15 km zurück nach Squamish. Kurz vor Squamish war im Hang auch noch ein kleiner Campground. Der Stawamus Chief Provincial Park Campground. Auch der sah sehr nett aus, doch hier war unser Camper leider zu groß. Das ist eben der Nachteil an dem Schiff, man passt nicht in jeden Hafen. Jetzt wurde es dann leider etwas trostloser. Zumindest nachdem wir eben die ersten beiden Campgrounds gesehen hatten. Unsere nächste Haltestelle war der WhistlePunk Hollow Adventure RV Park & Golf. Was sehr abgefahren klingt ist ein gewöhnlicher, wenn auch gut gepflegter Campground mit Minigolf. Ausgeschildert ist der übrigens als Eagle Vista Campground. Hier sieht man dann langsam, wie mühsam so eine Tour im Sommer sein muss, wenn halb Kanada mit dem RV unterwegs ist. Ohne Reservierung wird es dann ziemlich ernüchternd. Gute Überleitung zu unserer Wochenendplanung. Da die Kanadier ein langes Wochenende feiern, ist Vancouver Island gut besucht und auf unsere Reservierungen hat kaum jemand gewartet. Aber dennoch haben die meisten brav geantwortet und einige waren sogar so nett, eine Liste mit anderen Campgrounds mitzuschicken. Faire Geste. Jetzt ist alles gebucht.

Morgen geht’s dann Richtung Tsawwassen, von wo aus wir mit der Fähre nach Nanaimo übersetzen wollen. Ja das wäre kürzer und billiger ab Horseshoe Bay. Aber auch hier wieder: Für RVs unserer Größe war die Fähre bereits ausgebucht. (Also DIE Fähren am Freitag. Alle.) Die Fähre um 20:15 ab Tsawwassen war auch schon die letzte am Freitag die noch frei war.

Von Clearwater bis Whistler – ein paar umgeworfene Pläne

Von Mittwoch dem 17. Mai 2017 – Tag 11, Dutch Lake, Big Bar Lake, Clinton, die 99 nach Pemberton, Whistler

Heute morgen schien die Sonne. Das war in den letzten Tagen ja eher selten, so dass mir heute erst auffiel, dass British Columbia mit Sonne und blauem Himmel ja gleich noch viel schöner ist 😉 Die Sonne mussten wir natürlich genießen. Wir haben uns nach dem Frühstück noch ne Stunde auf den großen Steg am Dutch Lake gesetzt. Stühle stehen am Steg bereit, wir mussten uns nur hinsetzen und die Augen zu machen. Gegen halb 11 haben wir dann zusammengepackt. Kurzer Stopp an der Dump Station und auf geht’s zum ca. 200 km entfernten Big Bar Lake. Soweit zumindest der Plan für heute.

Auf zum Big Bar Lake

Wir fuhren also den Highway 5 von Clearwater weiter nach Süden, bis wir in Little Fort an einer sehr unscheinbaren Kreuzung rechts auf die 24 abbogen. Irgendwie denke ich seit wir Banff und Jasper verlassen haben, dass ich jeden Tag zum letzten Mal einen Berg mit einer Schneespitze gesehen habe, doch bisher habe ich mich jeden Tag geirrt. Auch heute. Auf der 24 ging es relativ bald für lange 12 Kilometer steil bergauf und schon waren wir wieder deutlich über 1000 m und auf Augenhöhe mit ein paar Schneespitzen am Horizont. Hier fuhren wir nun weiter, vorbei an vielen schönen Seen, z.B. den Lac de Roches. Auf die Seen bin ich echt neidisch.

Kurz vor Lone Butt sind wir dann auf die Watch Lake Road abgebogen um ein wenig abzukürzen. Dieser Weg führte uns aber auch am Green Lake vorbei, der ebenfalls einen wunderbaren Anblick bot. Und am Horizont hinterm See warteten schon wieder hohe weiße Berggipfel auf uns. 🙂 Wir passierten auf der Watch Lake Road, bzw. später auf der Green Lake Roard ein paar Viehgitter („Cattle guards“), ansonsten war die Straße ok.

In 70 Mile House ging die Straße dann in den Highway 97 über. Nach unserem Kartenmaterial hätten wir eigentlich gerade über den 97er rüber fahren müssen um auf kurzem Wegen Richtung Big Bar Lake zu kommen, aber da ging es nicht geradeaus. Außerdem war Richtung Norden ein Riesenstau, so dass wir einfach froh waren, in die andere Richtung zu müssen. So fuhren wir also die 97 / Cariboo Highway ein Stück runter und überlegten aber, wo und wie wir rechts abbiegen können.  Die nächste Gelegenheit hatten wir verpasst, bzw. bewusst ignoriert. Es war wieder ein Viehgitter und dahinter eine Schotterstraße. Das konnte nicht unser Weg sein. Also etwas später die nächste – asphaltiert. Wir bogen also rechts in die Meadow Road ab und folgten dieser. Nach wenigen Kilometern wurde aus schlechtem Asphalt guter Schotter. Nach weiteren Kilometern wurde aus gutem Schotter eine löchrige Sandpiste. Wir sind einige Kilometer gefahren. Wir haben schon ein Traum aus Island, was solche Straßen angeht, dachten aber immer – naja wenigstens ist sie breit genug und wenigstens ist sie fest. Wir fuhren also am Beaverdam Lake vorbei durchs „nichts“. Wir hofften dann bald auf unsere eigentlich gewählte Straße abbiegen zu können, die ist bestimmt besser. Diese erreichten wir dann, es gab auch die Kanada-typischen Stopp-Schilder. Leider war auch das keine Straße, sondern eine Sandpiste. Wir bogen trotzdem links ab Richtung Big Bar lake und fuhren noch ca. 2 Kilometer weiter durchs nichts. Irgendwann sah die Straße, dann aber so schlecht aus (FOTO), dass es aus beiden quasi synchron herauskam: „Wir drehen um“. Also mit unserem 10 Meter Schiff mal wieder wenden in 3 Zügen und zurück. Wir fuhren exakt den gleichen Weg zurück bis zum Cariboo Highway – schließlich hätte man ständig mit nem weiteren Grund zum wenden rechnen müssen. Und wir haben eben keinen Pick up, sondern ein Riesenwohnmobil (wenn auch mit 10 Zylindern und großen Rädern). Also hatten wir gerad mal wieder knapp 30 Kilometer mit einer Safari durch Wald und Wiesen zugebracht. Also weiter nach Clinton. Einige Kilometer weiter fiel es uns wie Schuppen von den Augen, als plötzlich auf einem großen Schild der Big Bar lake angepriesen wurde. Wir dachten – das kann jetzt nicht wahr sein. Waren wir wohl nur zu früh abgebogen. Also bogen wir ab und wieder: Eine Schotter-Straße. Nachdem für die Nacht Regen angesagt war, dachten wir uns: Keine Experimente, ab nach Clinton.

Clinton kann nicht das Ziel sein

In Clinton angekommen stellten wir fest, dass Clinton ein schöner Ort zum durchfahren ist, aber keiner zum Bleiben. Also kurzentschlossen. Lass uns weiter Richtung Whistler fahren. Gute 230 Kilometer hatten wir schon hinter uns heute. Bis Whistler sind es nochmal ca. 230. Ich fahre zwar wirklich gern mit dem RV, aber auf Dauer ist es auch etwas anstrengend. Aber hier konnten wir ja nicht bleiben. Also weiter die 97 runter und nach 29 Kilometern rechts abbiegen auf die 99.

Endlich eine richtige Gebirgsstraße

Die 99. Was soll ich sagen, die 99 war alles was ich mir auf der Icefield Parkway erwartet hatte. Die 99 ist ne richtige Gebirgstraße, man fährt Serpentinen, fährt an tiefen Canyons vorbei. Diese Straße zu fahren war wirklich anstrengend, ich denke im Schnitt sind wir 40 bis 50 km/h gefahren, aber es war echt cool. Die Landschaft ist einzigartig. Erst ist es noch relativ karges Weideland an steilen Bergen, später trifft man mal wieder auf den schmutzigen gewaltigen Frazer River, der tief im Tal fließt. Dann geht es steil hoch ins die Berge und man ist wieder im Wald unterwegs.

Als Pausenort hatten wir uns Lillooet ausgesucht. Außerdem mussten wir tanken. Zum Thema Pausenort. Lillooet ist so sehenswert wie Clinton. Einziger Vorteil, die Straßen sind so breit, dass man auch mit dem 10 m Wohnmobil einen U-Turn machen kann. In der Stadt gibt es übrigens eine Esso Tankstelle, die bei uns 10 Cent teurer war als die Chevron am Ortsende Richtung Whistler. Das Warten hat sich gelohnt.  Ab Lillooet war die 99 noch für 100 km ein großer Spaß. Wer gern Auto fährt, wird dieses Stück lieben. Viele Kurven, Berg hoch, Berg runter. Am Duffey Lake machten wir noch einen kurzen Fotostopp. Hier hatte sich viel Holz angesammelt und eine Heruntergebrochene Lawine gab es auch zu bestaunen. Bis kurz von Pemberton genossen wir also die Gebirgsstraße bis es dann steil bergab ins Tal ging. Teilweise mit einem Gefälle von 15%. Merke: Die Automatik scheint von allein runterzuschalten, wenn man Berg runter bremst. Wusste gar nicht, dass die Automatik das kann. Als wir dann unten im Tal waren, eröffnete sich eine neue Welt für uns. Hier war das Grün der Bäume und Wiesen so saftig, wie wir es die letzten Tage kaum gesehen hatten. In Pemberton ist Frühling. Bis Whistler war es dann nicht mehr weit und wir steuerten den Whistler riverside campground an. Wir waren kurz vor 19 Uhr am Checkin. Online stand, dass der Checkin bis 21 Uhr offen ist. Dem war wohl nicht so, die Dame hatte wohl schon Feierabend und gab uns noch eine Schnelleinweisung. Wir mussten Full Hook up nehmen, da für 31 Fuss lange Fahrzeuge nur diese Kategorie zur Verfügung steht. Abends dann noch ein kleines Lagerfeuer mit dem Holz vom Dutch Lake und schon ist der Tag wieder um. Ob wir morgen weiter fahren wissen wir noch nicht. Eigentlich wollten wir 2 Nächte bleiben, aber für happige 68 Dollar die Nacht bekommen wir hier relativ wenig geboten. (Zum Vergleich, beim letzten Campingplatz waren es 74 $ für 2 Nächte.)  Die Stellplätze sind sehr eng beieinander.

Und wo schlafen wir jetzt in Tofino?

Ach ja. Da war ja noch die Wochenend-Planung. Wir haben ja leider Tofino ans Ende unserer Reise ausgerechnet auf das lange Wochenende der Kanadier gelegt. So dass die besonders hippen Campgrounds schon ausgebucht schienen. Nachdem wir gestern so ziemlich jeden auf Vancouver Island angeschrieben haben, haben wir jetzt einen Plan. Freitag Nacht gleich nach der Fähre Brannen Lake Campsite. Samstag dann ab nach Tofino mit Übernachtung in Ucluelet Campground (Sie hatten nur noch 1 Nacht frei) und Sonntag Übernachtung auf der Cedar Springs Ranch. Montag abend dann mit der Fähre zurück aufs Festland.

Unterwegs im Wells Gray Provincial Park

Von Dienstag dem 16. Mai 2017 – Tag 10, Dutch Lake, Wells Gray Provincial Park, Helmcken Falls, Dawson Falls,

Dienstag, seit einer Woche sind wir mit unserem Camper in British Columbia und Alberta unterwegs. Und da wir am Dutch Lake Campground für zwei Nächte bleiben, müssen wir heute keine große Route planen, sondern nur einen Tagesausflug. Das ist mal ganz erholsam.

Bekanntschaft mit dem kanadischen ADAC (BCAA)

Doch das erste Abenteuer überraschte uns bereits noch auf dem Camping Platz. Während ich duschen war, hat Katrin den Camper verlassen und die  Tür zu gemacht. Die Fahrer- und Beifahrertür haben wir immer verriegelt wenn wir campen. Die Tür zum Wohnbereich des Campers hat nun aber anscheinend einen kleine Macke, d.h. sie verriegelt sich offensichtlich von alleine. Wissen wir seit heute. Lange Rede kurzer Sinn: Wir waren ausgesperrt. Ich in Badelatschen und T-Shirt. Immerhin kein Regen. Immerhin Dienstag vormittag und nicht Sonntag Nacht. Die freunliche Dame vom Campingplatz hat dann beim BCAA, dem British Columbia Automobile Association, angerufen. Nach 15 Minuten war er da, nach weiteren 3 Minuten war der Spuk vorbei. Genau 2,22 Minuten hat er gebraucht um unser Auto aufzubrechen. 40 $ hat er dafür bekommen. Guter Stundenlohn. Aber wir hätten auch mehr bezahlt. Was macht man auch in so einer Situation 🙂

Nach diesem Schreck ging es dann also an die eigentlichen Abenteuer:

Wir haben uns als heutiges Ziel den Clearwater Lake rausgesucht. Dieser liegt gut 60 Kilometer nördlich von Clearwater mitten im Wells Gray Provincial Park. Einem der vielen, vielen Parks hier. Ich komm langsam durcheinander.

Dawson Falls und Helmcken Falls

Wir verließen vormittags unserer Campground und fuhren (nach einem kurzen Tankstopp – 1,149 $ / l) die Clearwater Valley Road Richtung Norden. (Man verlässt die 5 mitten in Clearwater am Kreisverkehr, wo auch Shell ist.) Erstmal ging es gute 45 Kilometer auf einer Asphalt Straße. Anfangs gute Straße, später dann etwas gealterte Straße. Aber es fuhr sich gut. Erst ging es steil bergauf, so dass man einen guten Blick in das  tiefe Clearwater Valley hatte und später natürlich wieder runter. Es ging vorbei an einigen Ranches (, wovon einige auf Western Ranch machten) und satten grünen Wiesen. Wir passierten auch das Wellsgray Golf and RV Park Ressort, welches im Vorbeifahren einen guten Eindruck machte. Nach einiger Zeit ging das Straßenbild dann aber wieder in tiefen Wald über. Unseren ersten größeren Halt machten wir nach ca. 40 Kilometern wir an den Dawson Falls am Murtle River. Es gibt einen Parkplatz, von dem man ein Stück – ca. 10-15 Minuten – durch den Wald herab zu den Dawson Falls laufen kann. Es lohnt sich auf jeden Fall sich die Wasserfälle anzuschauen. Sie sind ca. 90 Meter breit und man kommt sehr nah ran. So nah war ich bisher noch an keinem großen Wasserfall. Es ist sehr beeindruckend die Wassermassen aus der Nähe fallen zu sehen. Anschließend ging es mit dem Auto weiter und direkt über den Fluss. Auf der anderen Seite hätte man über den Pyramid Campground auch nochmal an den Wasserfall herangehen können, uns hat aber die eine Seite ausgereicht. Nach knapp 7 Kilometern bogen wir dann links in die Helmcken Falls Road ab, die nochmal ca. 5 km weiter ging. Diese endet an einem Parkplatz für die Helmcken Falls. Irgendwie bin ich immer versucht an Wasserfällen vorbeizufahren, weil man irgendwann denkt, kennste einen, kennste alle. Und jedes mal, wenn ich dann an einem Wasserfall stehe, denke ich, gut, dass wir da sind. Der ist ja was ganz besonderes. Die Helmcken Falls waren nämlich völlig anders als die Dawson Falls. Die Helmcken Falls kann man nur aus weiter Entfernung besichtigen, aber der Abstand setzt die Fälle auch ins richtige Bild. Es ist mehr als beeindruckend zu sehen, wie so viel Wasser durch den schmalen Spalt gepresst wird. Die ganze Schlucht ist mehr als spektakulär. Man kann dann dem Fluss folgend auch an den abgesperrten Bereichen vorbei weiter wandern, aber vorsicht. Es ist eben ohne Zaun und es geht weit nach unten. Ein kleiner Gedenkstein etwas hinter dem Zaun erinnert an einen dänischen Touristen, der vor weniger als einem Jahr herunter stürzte.

Nach dem wir den majestätischen Anblick der Helmcken Falls genossen hatten, stiegen wir wieder in unser RV und fuhren weiter Richtung Endhaltestelle Clearwater lake. Es ging die 5 km auf der Helmcken Falls zurück und nun nach links auf die Clearwater Valley Road. Von hier an, war die Straße übrigens nicht mehr asphaltiert, sondern eine Sandpiste. Aber unsere Befürchtungen und Erinnerungen an Island wurden nicht bestätigt. Die Straße war fest und glatt. Es lag zwar etwas Schotter herum, aber die Straße fuhr sich kaum schlechter als das letzte Stück des asphaltierten Weges. Hier ging es nochmal ca. 22 km und ca. 40 Minuten bis zum Ende. Das Ende war ein großer Menschen-leerer Parkplatz an der Clearwater lake boat launch – also da wo man sein Boot ins Wasser lässt, wenn man eins dabei hat. Wir hatten leider keins dabei. Von hier aus gehen in beide Richtungen am See Trails entlang. Da es gestern stark geregnet hat, war alles recht feucht. Wir sind ca. 20 Minuten am See entlang auf nem schmalen Pfad Richtung Camping Ground gelaufen. Das war sehr schön, aber nachdem wir gestern noch auf der Fluss-Safari gesehen hatten, wie die Bären am Wasser lang spazieren, war uns doch etwas mulmig und wir kehrten um. Wir fuhren dann die 3 km mit dem Auto zurück bis zum Clearwater Lake Campground. Wir hatten da ein Schild für ein Cafe gesehen und zweifelten zwar, daran dass es offen sei – aber es war tatsächlich offen. Und so kehrten wir in das „The Osprey Cafe“ ein. Ausser uns waren noch der Vater vom Wirt zu Gast, der sich mit einem Kumpel darüber unterhielt, dass ein Vogel gegen sein Fenster zu Hause geflogen sei („Now it`s in the fridge“) – andere Länder, andere Sitten. Wir aßen sehr leckeren Kuchen, tranken unseren Kaffee, quatschten ein wenig über Bären und zogen schnell weiter, weil die bis dato nicht existenten Moskitos uns irgendwie als „neu hier“ identifiziert hatten. Das Cafe hat eine Traumlage. Es liegt direkt am Clearwater River, wo dieser langsam beginnt „Gefälle zu bekommen“. Es rauscht stetig das Wasser und es gibt also diese Menschen, die da einfach sitzen dürfen und Kuchen verkaufen. Bei der Aussicht. Schon schön. Man hätte hier übrigens auch Kanus ausleihen können. Das war unser Ursprungsplan, aber mit der Wanderung am See entlang war es uns dann zu spät. Wir machten uns dann wieder auf den gut 60 km Rückweg, den wir mit durchschnittlich 50 km/h bestritten. In Clearwater waren wir im Buy low foods Supermarkt Den hatte ich schonmal online gesehen, aber bisher nicht in Wirklichkeit. Kann man empfehlen, sieht von innen keineswegs so billig aus, wie von außen. Großes Angebot, kann man hingehen. Anschließend bin ich dann noch eine Runde joggen gewesen. Hab mich natürlich verlaufen und war plötzlich mitten im Wald. Da ich nun auch keine Lust habe, einen Bären im Wald zu treffen, lief ich eine große Runde über die Clearwater Valley Road und den Highway. Fazit: See umrundet. Kennt man sich nicht aus, schafft man ganz neue Weiten.

Nachdem wir mal wieder unsere Pläne umgeworfen haben, kam uns heute in den Sinn, dass wir vielleicht nicht nur die Fähre nach Vancouver Island reservieren sollten, sondern auch die Campingplätze. Die Idee war gut, aber zu spät. Bis jetzt nur Absagen. Von „da sind die Bewertungen nicht so gut“ oder „die Lage gefällt mir nicht“, sind wir jetzt ganz schnell in „egal wo, wir brauchen nen Platz um nicht 500 km weiter zu fahren“ geschubst worden. So schnell kanns gehen, wenn die Kanadier ein langes Wochenende haben.

Zurück nach British Columbia – von Jasper nach Clearwater und dazwischen viele, viele Bären

Von Montag dem 15. Mai 2017 – Tag 9, Clearwater, Dutch Lake, Blue River Safari

Nach einer sehr entspannten Nacht im Jasper Nationalpark auf dem Whistler Campground brachen wir heute auf, um weiter nach Blue River zu fahren. Wir starteten ab Jasper auf Highway 16 in Richtung Mount Robson.

Am Straßenrand gibts das beste Gras – sagen Cariboos und Bären

Schon nach wenigen Kilometern sahen wir am Straßenrand ein paar Autos stehen. Der Grund war ebenfalls nicht zu übersehen. Am Straßenrand stand ein ausgewachsenes Cariboo Männchen und fraß genüsslich das Gras. Auch unser Fotostopp schien ihn nicht im geringsten zu interessieren. Das beste Zeichen für Sehenswürdigkeiten in Kanada sind doch immer noch geparkte Autos am Straßenrand. Nun ging es aber weiter Richtung Mount Robson. Entlang an breiten Flussläufen, viel Wald und immer mit den allgegenwärtigen Rockies um uns herum. Etwas später stießen wir nochmal auf 3 Karibu Weibchen – am Straßenrand gibt es einfach das beste Gras. Und auch das sollte nicht unsere einzige Tierbegegnung bleiben. Ebenfalls am Straßenrand hatten wir unsere bereits dritte Bärenbegegnung in Kanada. Nachdem wir bisher zweimal Schwarzbären getroffen haben, war dieses mal ein scheuer junger Braunbär im Straßengraben unterwegs. Als wir langsam wurden, schlug er sich allerdings blitzschnell ins Unterholz. Interessant zu sehen, wie schnell ein Bär sein kann.

Nach ca. 90 Kilometern machten wir im Visitor Center von Mount Robbson Halt – unsere Hoffnung auf Wlan wurde erfüllt und wir konnten emails checken und Route planen. Hier haben wir auch beschlossen, nicht in Blue River zu übernachten. Das Visitor Center war übrigens sehr gut mit Infomaterialien ausgestattet. Obwohl wir wieder in British Columbia waren, gab es hier selbst über Alberta mehr Prospekte als in Jasper.

Blueriver Flußsafari – lohnt sich das?

Der Campground in Blueriver hatte nicht die Bewertungen, die zu einer Übernachtung einladen und da es nur 60 km bis Clearwater sind, haben wir unseren Plan umgeworfen (wie so oft). In Valemount haben wir einen kurzen Tankstopp eingelegt. Gute 80 Liter für 1,129 $ getankt. Weiter ging es dann zur Blueriver Fluss Safari. Diese hatten wir uns schon vor ein paar Tagen auf einem Flyer angeschaut. Kurz vor Blueriver ging es nicht übersehbar (viele große Schilder) links rein. Wir überquerten eine sehr abenteuerlich anmutende Brücke und folgten einer Sandpiste – noch 500 m durch den Wald und wir kamen beim Safari Camp an. Interessanter Weise standen auf keinem Flyer die Preise für die River Safari. Lediglich der Hinweis, dass es für Buchung von River und Jeep Safari zusammen einen Rabatt gäbe. Auch in dem Verkaufsstand am Fluss stehen keine Preise dran. Hier hat wohl ein Verkaufspsychologe gearbeitet. Machen wir es kurz: Das Ticket für die ca. 1 stündige River Safari kostet 100 kanadische Dollar je Erwachsenen. Wir haben es bezahlt und warten gerade darauf, um 13.15 Uhr zu starten.  Die Jeep Safari ist übrigens noch nicht möglich, da es wohl noch zu viel Schnee auf den Bergen gibt.

So. Gute 90 Minuten später, was soll ich sagen. Wir haben Bären gesehen – mehr als einmal, die Tour war cool. (Weiter zum detaillierten Bericht zur Blueriver Safari) Nachdem die die Safari also ein Erfolg war, waren wir mal wieder sehr froh, mit einem Wohnmobil  unterwegs zu sein. Während der Bootstour hat sich Sonnenschein und heftiger Regen quasi im 10-Minuten Takt abgewechselt. Es gab zwar Ponchos und auch Decken, aber es war dann schon schön einfach auf dem Parkplatz die Hose zu wechseln, andere Schuhe anzuziehen, nen Keks essen… und sich kurz aufs Sofa zu setzen 😉

Gegen 15 Uhr sind wir dann weitergefahren. Als wir durch Blueriver fuhren, waren wir schon sehr froh, dass wir hier nicht übernachten werden. Der Campground sah von aussen ok aus, aber es war einfach zu früh am Tag um sich bei schlechtem Wetter niederzulassen. Wir fuhren also nochmal gute 110 Kilometer weiter. Ein Stück hinter Blueriver hatten wir dann nochmal das seltene Glück eine Bärenfamilie zu sehen. In einer Senke neben der Straße war eine Mutter mit zwei kleinen Jungtieren unterwegs. Leider haben wir sie etwas spät gesehen. So fuhren wir ein paar hundert Meter weiter, dann „wenden in drei Zügen“ auf offener Straße und zurück. Dass wir auf der Straße neben ihnen halten wollten, fand die Mutter leider nicht gut, und hat die zwei kleinen direkt ins Unterholz geschickt. Sie selbst verschwand dann auch direkt. Somit keine Famlienfotos, aber hey, wir haben sie gesehen. Die restlichen Kilometer waren unspektakulär, aber anstrengend. Insgesamt sind wir heute gut 320 km abgefahren, das merkt man dann schon irgendwann.

Als Ziel hatten wir uns den „Dutch Lake Campground“ in Clearwater ausgesucht. Wie der Name schon sagt, liegt der an einem See. War spärlich ausgeschildert, aber wir haben es gefunden. Wir haben uns wieder für Wasser und Strom – ohne Abwasser entschieden. Wir bleiben gleich zwei Nächte und zahlen pro Nach 38 $. Und es gibt WLAN. Schön, dass mal wieder direkt im Camper zu haben, nachdem es in den staatlichen Parks überhaupt keins gab. So konnten wir gleich die Fähre nach Vancouver Island umbuchen, denn auch hier haben wir unsere Pläne nochmal geändert… Später mehr.

Von Banff über den Icefield Parkway nach Jasper – Tag 8

Von Sonntag dem 14. Mai 2017 – Tag 8, Icefield Parkway, Peyto Lake, Mistaya Canyon, Jasper :

Heute ist es soweit, wir wollen die Icefield Parkway von Banff nach Jasper fahren. Ich muss zugeben, die Icefield Parkway hat in den letzten Tagen bei mir einen gewisse Spannung aufgebaut. Google Maps behauptet, dass man für diese Strecke von 288 km (ab Banff) mehr als 7 Stunden benötigen würde. Ich hatte also eine Ehrfurcht hier lang zu fahren. Nun gut. Wir sind um 6 Uhr aufgestanden und nach einem verkürzten Frühstück gegen 7.15 in Banff losgefahren. Wir fuhren den Highway 1 zurück, vorbei an (mal wieder) Lake Louise und fuhren gegen 8 Uhr in die Road 93 also in die Icefield Parkway ein. Wir waren gefühlt allein auf der Straße, was meine Ehrfurcht noch vergrößerte. Auch die vielen Schilder und der Schlagbaum am Eingang bauten bei mir die Erwartung auf, den übelsten Gebirgspass vormir zu haben. Es kam anders.

Erste Station am Icefield Parkway: Der Peyto Lake

Die Straße war angenehm breit und von wenigen Ausnahmen abgesehen auch gerade. Die Icefield Parkway fuhr sich wirklich gut, fast langweilig. Ich hatte mir ursprünglich Serpentinen wie an norwegischen Fjorden vorgestellt, weit gefehlt.

Unser erster größerer Stopp sollte der Peyto Lake sein. Nicht weil wir es geplant hatten, wir hielten einfach mal an und stolperten ins Abenteuer. Der Parkplatz war nicht weit weg von der Hauptstraße und überall lag noch Schnee. Ein paar Autos und RVs standen schon. Vom Parkplatz ging ein schmaler Trampelpfad durch den Schnee. Wir schnappten uns Kamera und Jacke und liefen los. Der Schnee war zu Eis gefroren und es war entsprechend glatt. An den Bäumen konnte man ganz gut erkennen, wie hoch die Schnee-/Eisdecke war. Ca. ein halber Meter trennte uns vom Erdboden. Der Trampelpfad hatte teils ordentlichen Anstieg, so dass es recht mühsam war, hier lang zu laufen. Es war schließlich komplett gefroren und uneben von den gefrorenen Fußspuren der Vortage. Nach gut 15-20 Minuten durch den Wald stapfen, erreichten wir dann das Ziel, auch Bow Summit genannt. Auch auf der Aussichtsplattform lag der Schnee ca. 50 cm über dem Holz. Aber man konnte gut darauf gehen. Doch statt eines schönen türkisenen Sees, gab es den Blick auf eine Winterlandschaft mit einem zu großen Teilen zugefrorenen See. Der Rückweg zurück zum Auto war auch nicht einfacher. Im Gegenteil. Einerseits ist bergab bei Glatteis kein Spaß und andererseits kamen uns vermehrt Leute entgegen, weil sich der „Park“ langsam zu füllen schien.

Wir fuhren also weiter und hielten als nächstes schon nach gut 32 km beim Mistaya Canyon. Auch hier hielten wir eher aus Neugier als aus Planung, aber es hat sich gelohnt. Es ging ca. 500 Meter zu Fuß vom Parkplatz mit Gefälle Richtung Fluss. Wir erreichten dann eine Brücke, die weit über dem Canyon war. Hier hatte sich das Wasser offenbar schon sehr lange in den Felsen geschnitten und dabei kunstvoll das Gestein geformt. Es war eigentlich ein Viewpoint ausgeschrieben, den haben wir aber nicht gefunden. (Wir wollten auch nicht gleich ne Wanderung daraus machen). Von hier gingen aber auch einige Trails weg und es sah schon einladend aus für Wanderungen. Nächstes Mal 😉

Athabasca Gletscher, Glacier Skywalk & Athabasca Falls

Von nun an ging es weiter mit klarem Ziel Athabasca Gletscher. Wir haben zwischendurch nur nochmal für das ein oder andere Foto gehalten, denn wir hatten in Erwägung gezogen, am Gletscher eine Fahrt mit dem ICE Explorer zu machen oder auf das Glacier Skywalk zu gehen. Gegen 13 Uhr erreichten wir dann den Gletscher und verschafften uns erstmal mit einem kleinen Spaziergang Richtung Gletscher einen Überblick. Das Wetter war sehr wechselhaft, mal Schneeschauer, dann wieder sonnig, dann wieder eisige Böen.

Da wir in Island in 2015 schon eine ausführliche Gletscherwanderung gemacht hatten, entschlossen wir uns gegen die Fahrt mit dem ICE Explorer. Wir hatten ein paar Bewertungen gelesen und die Quint Essenz war „Wer noch nie Schnee gesehen hat, sollte es unbedingt machen.“ Schnee kannten wir schon, also haben wir es gelassen. Wir haben uns im Gletscher Center einen Kaffee (und Wlan) gegönnt und ein wenig den Blick auf den Gletscher genossen. Sehr schön, aber auch nichts Besonderes wenn man schon mal einen Gletscher gesehen hat. Hier haben wir uns auch nochmal ausführlich mit dem Glacier Skywalk beschäftigt. Auch den haben wir letztlich ausgelassen. Der ist nämlich nicht in irgendeiner Nähe zum Gletscher, sondern ein paar Kilometer weiter, direkt an der Straße über die Schlucht gebaut. Das Gefühl über dem Abgrund zu stehen, hatten wir im letzten Jahr am Alpspitz. Wir waren also am Athabasca Gletscher relativ schnell durch und fuhren weiter in Richtung der Athabasca Falls. Mal wieder Wasserfälle, aber im Gegensatz zu Gletschern jedes Mal ganz individuell und spektakulär. An der Abzweigung zu den Athabasca Falls sahen wir dann schon ein paar Autos an der Straße stehen und das heißt in Kanada eigentlich immer: Kamera rausholen. So auch diesmal. Am Straßenrand stand ein Schwarzbär, der sehr genüsslich und ohne von den haltenden Autos auch nur ansatzweise Notiz zu nehmen das Gras fraß. Jetzt haben wir also beide einen Bären gesehen – und vor allem auch fotografiert. Läuft gut. Adler, Erdmännchen, Ziegen, Wolf, Bär – check.

An den Athabasca Falls verweilten wir noch eine Weile und genossen das rauschende Wasser.

Bratwurst über dem Feuer

Von hier aus ging es nun weiter nach das kleine Örtchen Jasper. Hier änderte ich das Wetter ständig. Wir machten ein paar Einkäufe, besuchten das obligatorische Visitor Center (Wlan) und machten uns dann auf den Weg zu unserem Campground, dem staatlich geführten Whistler Campground, ca. 4 Kilometer vor der Stadt Jasper. Hier bekamen wir einen schönen ruhigen Platz im Wald. Da es noch nicht mal 17 Uhr war und wir quasi spontan beim check in Feuerholz gekauft hatten, beschloss ich nochmal in die Stadt zu laufen und Bratwürste zu kaufen. In der Theorie ist so ein Plan meist besser als in der Praxis. Ich lief also die gut 4 Kilometer Richtung Jasper Downtown. Erst ging es quer durch den Campground, dann ein Stück an der Straße lang und dann am Fluss entlang durch den Wald. Logisch, dass ich am Fluss langgehe, ist ja viel schöner als an der breiten Straße. Hätte ich nicht ein paar Stunden vorher schon einen Bären gesehen, hätte ich meinen Spaziergang schon etwas mehr genossen. Also kam wieder Kraftclub zum Einsatz. Die hatte ich eigentlich in Peachland nur zum joggen runtergeladen, aber jetzt waren sie meine Allzweckwaffe gegen Bären im Wald. Für den Rückweg kann ich mir ja dann ein Taxi nehmen. Naja. Nachdem ich im Supermarkt war, dachte ich mir, der Rückweg ist auch nicht länger als der Hinweg, also kann ich auch laufen. Schon clever. Mit Bratwurst auf dem Rücken durch den Bärenwald…. Ich ging also schnellen Schrittes mit laut schallendem Kraftclub und „Nie wieder Ritalin“ durch den Wald in Alberta, Kanada und traf keinen Bären. In diesem Fall war das auch gut  so.

Zur Belohnung gab es dann also abends Lagerfeuer und Bratwürste auf dem offenen Feuer gegrillt. Hat eine Weile gedauert, aber sie waren lecker. (Die Bratwürste hießen übrigens „Das Brat“).

Schon eine Woche Urlaub: Johnston Canyon, Banff und ein Wolf

Von Samstag dem 13. Mai 2017 – Tag 7, Johnston Canyon und Banff :

Heute morgen war es echt kalt. Wir sind wieder sehr früh wach geworden, die erste Aktion, war Heizung an. Draußen waren heute Nacht sicherlich leichte Minusgrade. Nach unserem gewohnten Frühstücksritual mit Kaffee und frisch gepresstem Orangensaft (ist ja schließlich Urlaub) sollte es vormittags zum Johnston Canyon gehen. Vorher noch ein kurzer Stopp bei den Hoodoos. Keine 500 m von unserem Campground entfernt ist eine Aussichtsplattform („Hoodoo View Point“) von der aus man diese Erdsäulen wunderbar anschauen kann. Hier startet auch der Tunnel Mountain Trail, den wir noch ein Stückchen hochliefen um eine bessere Sicht auf die Hoodoos zu bekommen.

Um dann weiter zum Johnston Canyon zu kommen, mussten wir nur ca. 5 km auf dem Highway 1 zurückfahren und dann nochmal 17 km auf dem Bow Valley Parkway 1A. Dieser fuhr sich gut, erlaubte Höchstgeschwindigkeit waren 40-60 km/h. Am Johnston Canyon gibt es ausreichend Parkplätze und auch einen Campground, der jedoch noch geschlossen ist. Wir sind dann den Canyon hochgelaufen bis zu den Lower und Upper Falls. Es erinnerte mich etwas an die Partnachklamm in Garmisch. Schön zu laufen, und morgens um 10 auch noch nicht so voll. Hoch und runter waren wir grob 2h beschäftigt. Als wir wieder abfuhren, kamen noch viele Autos. Ich denke, tagsüber ist da gut was los. Auf dem Rückweg über den Bow Valley Parkway trafen wir noch ein paar Bergziegen die es sich auf der Straße und daneben bequem gemacht hatten. Ein paar hundert Meter später wollte ich noch an einem Viewpoint halten. Wir staunten nicht schlecht, als plötzlich ein einsamer Wolf über die Straße an uns vorbeilief. Zum Glück ohne Eile, so konnten wir ihn fotografieren. Unser nächster Halt sollte nun das Örtchen Banff sein. Einerseits wollten wir ein wenig schlendern, andererseits brauchten wir noch ein paar Kleinigkeiten. Der Ort ist verglichen mit den bisherigen Stationen etwas größer und wirklich schön. Es gibt viele Geschäfte und alles was man so braucht. Mit ‘nem RV zu parken ist kein Problem, es gibt in der Nähe von Bahnhof und Polizeistation ausgewiesene Plätze. Wir haben noch ein paar Souvenirs erstanden und uns in einem der vielen Kaffees ans WLAN gehängt, um den Sonntag zu planen. Wlan gibt es im Banff Campground nämlich nicht, scheinbar in keinem der staatlichen Nationalparks, was auch irgendwie nachvollziehbar ist.

Als besonderes Highlight hatten wir uns für den späten Nachmittag / Abend eigentlich die Banff Upper Hot Springs überlegt, um ein wenig zu entspannen und in Ruhe zu duschen. Leider fanden wir mit unserem 10m Schiff keinen Parkplatz und so mussten wir wieder auf den Campground fahren. Stichwort 10 m Schiff. Ans fahren habe ich mich inzwischen gewöhnt, wenden in 3-10 Zügen klappt auch. Heute musste ich sogar auf einer Kreuzung kurz zurücksetzen um rumzukommen. Ist wirklich schön, so viel Platz zu haben, aber man kann halt einfach nicht zu allen Zielen fahren – oder man bekommt keinen Parkplatz.

Heute haben wir dann noch unfassbar günstig getankt. 1,099 $ – was ca. 0,75 € je Liter entspricht. Morgen haben wir dann großes vor: Wir wollen den Icefields Parkway Richtung Jasper fahren. Das dauert laut Google maps ca. 7 Stunden – für keine 200 km wohl gemerkt.