Mit dem Mietwagen von Toronto zu den Niagarafällen

Vom Donnerstag den 25.05.2017 – Tag 19 – von Toronto zu den Niagara Fällen

Unsere zweite Nacht in Toronto war schon um 8 Uhr zu Ende. Heute sollte es an die Niagarafälle gehen und bereits für 9 Uhr hatten wir einen Mietwagen bestellt. Vorher kamen wir aber noch in den Genuss des inklusiven Hotelfrühstücks. Nach deutschen Frühstücksmaßstäben war das nicht so dolle. Es gab Bagel, Toast, etwas Obst, Kaffee, Orangen/Apfelsaft, Marmelade, Butter, Joghurt, verschiedene Cornflakes und das alles ausschließlich mit Papptellern, Pappbechern und Plastikbesteck. Dem Mädel am Tisch gegenüber beim Apfel aufschneiden mit einem Plastikmesser zuzuschauen war das erste Highlight des Tages.

Ein Mietwagen in Toronto

Zum Autovermieter hätten wir ca. 30 Minuten laufen können oder mit dem Bus fahren. Da es regelrecht schüttete entschieden wir uns für Bus fahren. Wir fuhren mit Linie 501 und waren nach ein paar Metern zu Fuß bei Discount Car Rentals angekommen. Es sah auch sehr nach Discount aus, der Verkäufer – oder in diesem Falle Vermieter – war aber sehr nett. Und er war neidisch darauf, dass in Deutschland die Führerscheine nicht ablaufen. Entsprechend vermute ich, dass das in Kanada anders ist. Er fragte dann noch höflich, ob wir mit einem Upgrade einverstanden seien – auf mein verwundertes „logisch“ entgegnete er, dass das nicht bei allen so sei. Statt eines gebuchten Toyoto Corolla (in Deutschland Auris) bekamen wir einen nagelneuen Toyota RAV 4 – einen (für kanadische Verhältnisse) kleinen SUV. Nach unserem 10 m Wohnmobil konnte mich nichts mehr erschüttern, erst recht nicht so ein Kleinwagen. Der Papierkram war etwas undurchsichtig, wie immer wenn man in nem fremden Land nen Vertrag unterschreibt, aber es war alles sauber. Wir hatten in Deutschland vorab über billiger-mietwagen.de gebucht: Inklusive waren unbegrenzte Kilometer, eine aufgestockte Haftpflicht, Glas- und Reifenversicherung und das alles ohne Selbstbeteiligung. Preis: Keine 40 €. Ich habe zur Sicherheit nochmal nachgefragt, ob wir bei ihm noch irgendwas „abschließen“ – das verneinte er. Kanada ist eben nicht Mallorca. Auf meiner Kreditkarte wurden dann noch 250 € Kaution blockiert. Übliches Vorgehen – ok.

Mit dem Auto zu den Niagarafällen in Kanada

Bei Sturzregen verließen wir den Hof und fuhren in Richtung Niagara on the lake. Das Fahren ist denkbar einfach. Wir fuhren ein paar Straßen bis auf einen Highway, dann ging es gefühlte 120 Kilometer gerade aus und dann wieder ein paar Nebenstraßen – schon waren wir da. Blöd bzw. wirklich anstrengend war nur die Kombination aus Starkregen, keiner Sicht und Sattelschleppern, die einen bei 100 km/h rechts überholen. In Kanada darf man überholen wo man will, die Geschwindigkeitslimits scheinen auch nur für Touristen zu gelten, aber so ist es ja immer. Ich hab jedenfalls versucht, mich dran zu halten. Froh war ich auch, dass wir Stadtauswärts fuhren. Auf der anderen Seite war ordentlich Stau. Eine nicht ganz neue Erfahrung war die Fastlane auf dem Highway. Die hatte ich mit dem Wohnmobil schon 2-3 mal gesehen aber nicht genutzt. Hier gab es die für ca 30 Kilometer und es war echt angenehmes Fahren. Nutzen darf die jeder Bus, Taxi oder eben Autos mit mindestens 2 Personen drin. Ansonsten war die Hinfahrt ein völliger Blindflug. Das Wetter war so beschissen, man konnte sehen, wer vor einem fährt, aber nicht ob am Straßenrand ein Haus oder ein Elefant steht.

Der Vorteil des schlechten Wetters war, dass niemand zu den Niagarafällen fährt. Wir kamen nach ca. 90 minütiger Fahrt an, zahlten 18 $ für unseren Parkplatz stiegen bei strömendem Regen aus. Es zogen dichte Wolken-/Nebenfelder durch. Man konnte echt kaum was von den Fällen sehen, aber die Kraft des Wassers und Riesigkeit der Fälle deutete sich an. Nachdem wir also fast durchgeweicht die ersten schlechten Fotos gemacht hatten, zogen wir uns in das Besucherzentrum zurück. Hier kauften wir uns Regencapes (hätten wir früher machen sollen) und warteten dann bei einem Kaffee von Tim Hourtons darauf, dass sich das Wetter etwas bessert. Gegen 14 Uhr sollte es besser werden und wurde es. Wir gingen also wieder raus. Machten unsere Fotos und staunten nicht schlecht über all den Cirkus am Rande der Wasserfälle. Sowohl auf kanadischer als auch auf us-amerikanischer Seite gibt es Casino(s), Hotels, Restaurants…. sogar ein Riesenrad gibt es. Wenn das nichts ist.

Gegen 15 Uhr waren wir fertig mit Wasserfällen für diesen Urlaub und suchten uns bei Google Maps noch ein Outlet. Wenn man schon einen Mietwagen hat, muss man das ja auch ausnutzen. Wir fuhren in das wenige Kilometer entfernte Canada One Outlet (Adresse: 7500 Lundy’s Ln, Niagara Falls, ON L2H 1G9, Kanada). Auch hier – erfreulicher Weise – überhaupt nichts los. Neben Tommy Hilfiger, Nike, Adidas, Reebok, Rockport, Roots Canada gab es hier noch ca. 20 andere kleine Outletshops von uns mehr oder weniger bekannten Marken. Wir waren in vielen kurz drin und aus vielen schnell wieder raus. Bei Tommy Hilfiger haben wir uns länger aufgehalten, da sowohl Auswahl als auch Preise für europäische Maßstäbe echt gut waren. Die Preise waren in Kanadischen Dollar ausgeschrieben. Oben auf dem Regal stand dann meist noch 30 – 40% Rabatt. Dann musste man noch 13% Steuer draufrechnen und das ganze durch 1,5 teilen um den € Betrag zu bekommen. Wir wurden mehrfach fündig. Beim nächsten Mal Kanada / USA, wird unser Koffer auf dem Hinflug definitiv nicht voll sein.

Gegen 17 Uhr starteten wir wieder in Richtung Toronto. Wir hatten das Auto zwar bis zum nächsten Tag, aber parken ist in Toronto auch nicht so der Hit und wir wollten es gern wieder loswerden. Bis 19 Uhr hatte der Vermieter geöffnet und inklusive Rushhour, Stau und Tanken waren wir gegen 18:50 wieder beim Vermieter. Die Rückgabe war unkompliziert, und die Kaution auf der Kreditkarte wurde wieder freigegeben. Wir haben mit dem Toyota RAV 4 für die ca. 280 Kilometer ca. 22 Liter gebraucht und alles in allem inklusive Mietwagen, Parkplatz & Sprit für den Niagara Ausflug 72 € ausgegeben. Auto mieten macht für so einen Ausflug ab Toronto nach Niagara definitiv Sinn.