Mit der Fähre nach Vancouver Island – auf ins Wochenende

Von Freitag dem 19. Mai 2017 – Tag 13, Squamish, Tsawwassen, Fähre nach Nanaimo, Whytecliff Park, Grouse Montain

Aufgewacht im Eagle Vista RV Park (Erfahrungsbericht Eagle Vista RV Park) in Squamish ist unser heutiges Tagesziel Vancouver Island. Nach einem entspannten Frühstück und einer langen Dusche im RV Park fuhren wir heute weiter Richtung Süden. In Squamish haben wir nochmal getankt – für 1,269 $ pro Liter. Langsam beschleicht mich der Gedanke, dass wir einen sehr günstigen Start mit den Spritpreisen hatten. Jedenfalls haben wir mal wieder für 100$ getankt, auf günstigere Preise warten schien keinen Sinn mehr zu machen.

Whytecliff Park, Lighthouse Park, Capilano Suspension Bridge, Grouse Mountain

Wir fuhren also die 99 entlang des Fjords mit beeindruckender Kulisse runter, nochmal vorbei am Campingground Porteau Cove den wir gestern so gern gewählt hatten. Als „Sehenswürdigekeiten“ hatten wir uns als erstes den Whytecliff Park an der Horseshoebay rausgesucht. Als wir von der 99 runter fuhren, merkten wir schnell, dass wir in einem engen Wohngebiet sind. Den Marine Drive Richtung Park zu fahren, war zwar landschaftlich sehr sehenswert, fahrtechnisch aber anstrengend. Zum Finale stellten wir dann fest, dass am Whytecliff Park nicht mal ansatzweise Platz für unser Wohnmobil zum Parken vorhanden ist. Also keine lange Diskussion, gleich weiter zum Lighthouse Park noch ein Stück weiter südlich. Also wieder rauf auf den Highway, mit nahezu Schrittgeschwindigkeit durch eine wirklich enge Baustelle und etwas später wieder runter. Wieder auf den Marine Drive und wieder das ernüchternde Ergebnis. Auch am Lighthouse Park war nicht wirklich Parkplatz für ein Wohnmobil unserer Größe. Vielleicht für nen Pickup, oder ein kleineres Wohnmobil. Für uns jedenfalls kein Platz. Jetzt war ich langsam urlaubsreif 🙂 Wir fuhren also noch weiter nach West Vancouver rein. Wir blieben auf dem Marine Drive und der wurde dann auch wieder etwas breiter und gerader. Wir kurvten ein paar Mal um den Ambleside Park herum, fanden dann aber einen guten Parkplatz am Hundestrand um unsere Sandwiches zu essen. Nachdem die kleinen Parks keinen Platz für uns hatten, entschlossen wir uns auf den Grouse Montain hoch zu fahren und vielleicht noch zum Capilano Suspension Bridge. Eine Art Baumwipfelpfad. Wir fuhren also über Marine Drive und Capilano Road zum Grouse Mountain Talstation. Fanden hier einen guten Parkplatz und kauften uns zwei Ticktets für die Seilbahn. 94,40 $ für zwei Personen – also 47,20 $ inklusive Steuern pro Nase für ein Tagesticket. Wir hätten den ganzen Tag hoch und runter fahren können (und sollen bei dem Preis). Wir fuhren hoch und hatten aus der Seilbahn einen super Blick auf Vancouver und auf das Wasser. Man konnte einige Tanker sehen und natürlich die Wolkenkratzer. Leider war es etwas diesig. Oben angekommen staunten wir nicht schlecht, was hier trotz 10 Grad Celsius noch an Schneemassen lag. Ansonsten hatte man das Gefühl, irgendwie in der Zwischensaison angekommen zu sein. Winter war vorbei, auch wenn 2-3 Snowboarder noch unterwegs waren und oben wurde alles für den Sommer schön gemacht. Manches war geschlossen. Immerhin war der Grizzly aufgewacht. Ja genau der Grizzly. Wussten wir nicht, war aber oben dann kaum zu übersehen, dass dort in einem Gehege zwei Grizzly Bären wohnen. Das Winterschlafgehege ist relativ klein, und es hieß die Bären seien erst seit kurzem aufgewacht. (Das Sommergehege ist wohl deutlich größer, sonst hätte mich gewundert, was die hier mit den Tieren anstellen). Mit etwas Ausdauer konnten wir tatsächlich den oder die Grizzlys sehen. Also die sind mal wirklich groß. So ein Schwarzbär ist ja nix dagegen. So einem Bären möchte man wirklich nicht im Wald begegnen. Oben haben wir uns dann noch einen Kaffee und die Aussicht auf Vancouver gegönnt. Traumhaft. Gegen 15 Uhr dachten wir, wir könnten noch den Capilano Suspension Bridge machen und fuhren wieder runter. Kurzer Stopp am Cleveland Damm. Sehr schön. Weiter zum Capilano Suspension Bridge. Naja und hier sind wir dann vorbeigefahren. Die Autoparkplätze waren nämlich richtig voll und die Busparplätze ebenfalls. Abgesehen davon, dass die auch eng sind. Also – da vielleicht lieber mit dem Bus hinfahren. Wohnmobile sind da echt nicht eingeplant.

Auf zur Fähre nach Tsawwassen

Nun waren wir also gut in der Zeit. Wir entschieden uns für den direkten Weg zur Fähre nach Tsawwassen. Schön an einem Freitagnachmittag durch den Feierabend Verkehr. Das war echt anstrengend – da wir aber keinerlei Zeitdruck hatten, störte es uns auch nicht im Stau zu stehen und durch den teils dreispurigen Verkehr zu schwimmen. In Tsawwassen haben wir noch was gegessen und waren dann ca. 2h vor Abfahrt (1h vorher soll man kommen) der Fähre am Terminal. Hat aber keinen gestört, so stehen wir jetzt also in Reihe eins und warten auf die Überfahrt nach Nanaimo für ein chilliges Wochenende auf Vancouver Island (genau wie ganz Kanada). Die Wartezeit konnte ich auch gut mit dem Aufschreiben der heutigen Erlebnisse übrerbrücken. Eben musste ich noch den Kühlschrank ausstellen und den Propantank zudrehen, da das auf dem Schiff so sein muss. Mal schauen wie wir so auf die Fähre passen. Aber es gibt ja durchaus noch größere Trucks in der Schlange.

Wie erwartet passten wir auf die Fähre – und noch deutlich größere Trucks dazu. Die Überfahrt war mit 2 Stunden noch erträglich. Ungewöhnlich war nur, dieses Mal aus dem LKW Deck und nicht wie sonst aus dem PKW Deck zu kommen. Das Wetter war ok, kaum spürbarer Wellengang. Die Fähre fuhr Richtung Osten nach Nanaomi, direkt dem Sonnenuntergang entgegen. Obwohl die Luft einen milden Hauch hatte, war auf Deck der Wind so stark, dass es uns bald rein zog.

In Nanaomi angekommen war es bereits dunkel. Wir fuhren fast als erstes vom Schiff und hatten freie Fahrt. Bis zu unserem Übernachtungsplatz, dem Brannen Lake RV Park & Campsite, waren es nur ca. 20 Kilometer. Wir fuhren ein Stück den Highway 1 lang und dann an der (zweiten) Abfahrt Jingle Pod Road raus. Warum auch immer es zwei Abfahrten mit diesem Namen gibt. Vielleicht um Touristen nachts zu ärgern. Ich fuhr zum ersten Mal im Dunkeln mit dem Wohnmobil. Eigentlich soll man nicht im Dunkeln fahren, wegen der aktiven Tierwelt in Kanada. Aber für dieses Stück ging es, ändern konnten wir es eh nicht. Am Brannen Lake RV angekommen, machte sich leichte Ernüchterung breit. Es war nirgends ein Hinweis darauf, wo bzw. welchen Stellplatz wir zugewiesen bekommen hatten. Das war per Email anders abgemacht. Naja – inzwischen 23 Uhr – war es uns egal. Wir hatten eh einen Platz ohne alles bekommen – so stellten wir uns einfach neben das Bürogebäude. So hatten wir wenigstens gutes WLAN im Wohnmobil.