Ungefähr ein Tag in Toronto

Vom Mittwoch den 24.05.2017 – Tag 18 – ungefähr ein Tag Toronto

Gegen 9:20 klingelte unser Wecker im Hotel Super 8 in Toronto Downtown. Die Idee mit dem Frühstück verwarfen wir direkt wieder und schliefen weiter. Gegen 12 standen wir auf, gegen 13 Uhr waren wir fertig für Toronto. Das Wetter schien ganz gut zu sein. Alles ist besser als der Dauerregen, der vorausgesagt war. Nachdem unser Uber Fahrer Kensington Market so explizit erwähnt hatte, gingen wir dorthin fürs Frühstück. 10 Minuten zu Fuß und schon waren wir da. Sieht bissel aus wie ne Mischung aus Hamburger Schanze, Nürnberg Gostenhof und Fusion Festival. Einen Platz bzw. Market haben wir nicht gefunden, dafür aber die Kensington Avenue. Eine Straße und ein paar Abzweige mit vielen kleinen Läden, Cafes und Restaurants. Alles etwas alternativ. Wir hatten ein super Frühstück im Our Spot Cafe und zogen weiter. Mit der Straßenbahn ging es nach Norden. Der Ticketautomat draußen wie auch in der Straßenbahn war nicht in Betrieb. Wir fuhren trotzdem damit. Wir mussten dann noch umsteigen, wo man ein Ticket zum rauskommen benötigte. Am Schalter nachgefragt, sagte der „Beamte“, wir sollten das Geld in eine Art „Sparbüchse“ vor ihm werfen und dann im Anschluss ein paar Schritte weiter, ein Ticket (nur durch Knopfdruck – ohne Bezug zu Geld oder Tarif) ziehen und in den Bus steigen. Kam uns komisch vor, machten wir aber so und funktionierte. Später sahen wir dann, dass nicht immer 3,25$ in diese Spardosen flogen. Scheinbar reichte auch die Geste dort Geld reinzuwerfen. Aber gut, wir sind Touristen in einem fremden Land….

Wir fuhren bis Ecke Davenport Road / Spadina Road – und liefen dann noch einige Meter bis Casa Loma. Dieses umkreisten wir ein wenig, machten Fotos und zogen weiter Richtung Yongestreet. Die Sonne brannte inzwischen ordentlich. Wir waren froh, als es in der Yongestreet wieder Schatten gab. Wir liefen die Straße ziemlich weit bis runter ans Wasser, das hätte man vielleicht auch mit einem Bus verkürzen können, aber gut. Ein kurzer (erfolgloser) Abstecher in eine Shopping Mall und dann am Wasser direkt zum Stand für Hafenrundfahrten. Die Hafenrundfahrt in Victoria hatte uns auf den Geschmack gebracht. Glück gehabt. Wir waren kurz vor 17 Uhr da und bekamen das letzte Boot. Man konnte schon am Steg sehen, dass der Ontariosee gerade etwas über seinem Normalpegel steht. Von Hochwasser in Kanada hatten wir in den Nachrichten auch schon öfter gehört. Wir fuhren mit dem Boot ein wenig am Ufer entlang und hörten von einer relativ lustlosen Dame Belanglosigkeiten zu den Häusern in Ufernähe. Wir fuhren an dem kleinen Flughafen Toronto City vorbei, der auch nur noch knapp über Wasserkante operierte und weiter ging es zu den Toronto vorgelagerten Inseln. Diese sind wegen dem Hochwasser aktuell aber völlig für Besucher gesperrt. Und so beschränkte sich die Hafenrundfahrt hauptsächlich darauf, weit genug vom Ufer wegzufahren um einen schönen Blick auf die Skyline von Toronto für Fotos zu bekommen. Nach ca. 50 Minuten war die einstündige Hafenrundfahrt beendet. Ehrlich gesagt, die kann man sich sparen. (Genauso wie Stadtrundfahrten in Reykjavik, aber das ist ein anderes Thema). Unübersehbarer Teil der Torontoer Skyline ist der über 500 Meter hohe CN Tower. Auf den mussten wir natürlich auch noch rauf. Los war zum Glück gar nichts, so dass wir relativ schnell im Fahrstuhl nach oben standen. Ehrlich gesagt, der ist verdammt hoch. Als wir mit dem Lift in die Höhe schossen, dachte ich mir mehr als einmal, reicht, ich seh schon alles. Oben angekommen auf 342m Höhe der ersten Aussichtsplattform, kann man dann durch mehr oder minder saubere Scheiben den Blick auf Toronto genießen. Leider nicht völlig, da teilweise gebaut wurde. Auf der gleichen Etage ist auch ein Restaurant, welches das ungezwungene Nase-an-der-Scheibe-platt-drücken an einigen Punkten etwas trübt. Man kann auch eine Etage nach unten gehen und dort „raus“ gehen. Hier gibt es keine Scheiben, sondern Gitter und frische Luft. Je nachdem auf welcher Seite man sich befindet, ist das ganz angenehm oder sauwindig. In über 300 Metern Höhe weht eben ein Wind. Jetzt war mir auch klar, warum der Turm oben immer ganz leicht schwingt. Ich war schon froh, als ich wieder unten war. Kaum in Sicherheit, knurrte der Magen wieder. Also gingen wir nochmal in die Kensington Avenue um uns was fürs Abendbrot zu suchen. Wir wurden fündig in einem Ungarisch-Thailändischen Restaurant und es war saulecker. Ich hatte ein Curry, es hätte aber auch Gulasch gegeben. Geile Kombination.