Auf Vancouver Island unterwegs – Tofino und Ucluelet

Von Samstag dem 20. Mai 2017 – Tag 14, Vancouver Island, Tofino, Ucluelet,

Von Nanaimo nach Tofino

Wir hatten eine unruhige, für unsere Verhältnisse kurze, Nacht im Brannen Lake RV Park & Campsite. Da wir neben dem Bürogebäude geparkt hatten, fuhren auch nachts immer mal wieder einzelne Autos quasi direkt an unserem Bett vorbei. Das Frühstück hielten wir äußerst kurz und machten uns auf den Weg nach Tofino. Vorher warf ich noch schweren Herzens den Umschlag mit 31,50 $ durch den Schlitz der Bürotür. Wir hatten zwar rein gar nichts bekommen, aber wir haben auf ihrem Gelände übernachtet. In nem fremden Land fängt man lieber keinen Streit an. In Parksville haben wir noch getankt – 80 $ zu 1,279 $ je Liter. Wider Erwarten ist Tofino – bis man Parksville erreicht – quasi nicht ausgeschildert. So fuhren wir auch einen kleine Extrarunde bis wir dann den Highway 4 fanden. Highway ist etwas übertrieben. Es ist ne Bundesstraße, die auf den letzten 50 km eher zu einer schlechten Landstraße mutiert. Nachdem es erst recht entspannt vorbei an Seen, Flüssen und durch Wälder ging, geht es das letzte Stück nochmal über die Berge. Bis zu 18% Gefälle müssen überwunden werden, was aber für unsere 10 Zylinder kein Problem war. Die Straße ist aber streckenweise recht schmal (aber immer zweispurig) und einfach schlecht. Aber gut, der ein oder andere Sattelschlepper fährt die Strecke auch und wir haben es auch überstanden. Alles in allem aber gut 3 Stunden von Nanaimo bis Tofino.

Tofino ist auch nur ein Ort

In Tofino bzw. davor haben wir erstmal am Long Beach angehalten. Pa Zi Fik. Schwer zu fassen, dass man jetzt wirklich am anderen Ende der Welt am anderen Ende von nem Ozean steht. Das Wetter war traumhaft sonnig, ca. 17 Grad und ordentlicher Wind. Am Long Beach haben sich viele Surfer in die Wellen gestürzt. Wir haben erstmal was gegessen um dann weiter nach Tofino in den Ort rein zu fahren. Tofino ist ein kleines Nest. Große Parkplätze für Scharen an RVs gibt es nicht. Wir haben 2 Runden gedreht und uns dann an der Ecke Arnet Roard, First Street an der Straße hingestellt um ein wenig durch den Ort zu spazieren. Ist ganz nett, aber wenn man nicht eine Walbeobachtungstour oder einen Surfkurs buchen will, ist man auch schnell durch mit Tofino. In einem Park war noch ein kleiner Markt, wo lokale Händler ihrer Waren anboten und eine kleine Band gespielt hat. Alles ganz entspannt und eigentlich ganz nett. Wir haben noch einen Kaffee getrunken (Es wäre mal interessant zu wissen, wieviel Kaffee weltweit wegen WLAN Zugang in Cafes verkauft wird) und sind dann wieder aus dem Ort raus. Wir wollten noch zum Chesterman Beach. Wir haben in der Lynn Road Ecke Chesterman Beach Road seitlich ganz entspannt geparkt und sind dann zufällig genau an der Spitze auf die Frank Island zu gelaufen. Eine kleine Inselgruppe in Privatbesitz zu der man bei Ebbe einfach trockenen Fußes rüberlaufen kann. Auf den Inseln sind 2-3 Häuser und man darf sie nur bedingt betreten. Wir haben es uns dann im Schatten der Insel mit Blick auf Chesterman Beach im Sand gemütlich gemacht. So lagen wir im Windschatten und konnten die Sonne völlig genießen. Das war richtig schön warm und gemütlich.

Ucluelet kann locker mithalten

Nach 2-3 Stunden brachen wir auf Richtung Zeltplatz. Für heute abend hatten wir mit Ach und Krach noch einen unserviced Platz am Ucluelet Campground bekommen. Nach dem Reinfall am Vortag bei Nanaimo, wollten wir auf jeden Fall noch jemand persönlich antreffen und waren gegen 18 Uhr am Campground. Dieser liegt gleich am Anfang von Ucluelet mit schöner Sicht auf den Hafen. Das war endlich mal wieder ein schöner Campingplatz. Organisiert waren sie auch. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, sind wir noch zum Big Beach runter gelaufen – knapp 2 Kilometer vorbei an neuen Häuschen im Wald. Bauplätze in Kanada sehen ungefähr so aus: Mit dem Radlader in den Wald fahren und was beiseiteschieben. Haus drauf. Fertig. Der Big Beach war recht schön, aber big ist der Strand nicht wirklich. Long Beach war jedenfalls ein Vielfaches von Big Beach. Abends dann noch ein obligatorisches Lagerfeuer, das Holz musste eh weg. Entsprechend der „no tolerance“ gegenüber „long weekend partiers“ hatten wir auf unserem Campingplatz eine sehr ruhige Nacht.