Der letzte Tag in Kanada und Toronto

Vom Freitag den 26.05.2017 – Tag 20 – Art Gallery Ontario, mit Uber zum Flughafen in Toronto

Freitag und schon ist der Urlaub wieder vorbei. Heute hieß es nur noch packen. Da wir aber erst um 17 Uhr fliegen, entschlossen wir uns noch eine Kleinigkeit zu unternehmen. Entgegen unserer Vorsätze machten wir nochmal von dem Frühstücksangebot im Hotel Gebrauch, packten und checkten aus. Die Koffer ließen wir noch an der Hotelrezeption. Als passende Beschäftigung in Hotelnähe kam mir die AGO in den Sinn. Die Art Gallery Ontario. Diese ist nur ca. 600 m Fußmarsch vom Hotel Super 8 Downtown entfernt. Für 19,50$ für das general admission ticket (ohne Sonderausstellung) gab es Einlass. (Wahnsinnig gern hätte ich meine Jacke abgegeben, aber an der Garderobe ist Cash King. 1 $ in bar. Aber wer hat schon Cash in der Tesch). Die Ausstellung ist natürlich Geschmackssache. Interessant waren für mich hauptsächlich kanadische Künstler und Bilder, weil die sich ja auch mit kanadischen Themen beschäftigen. Nun weiß ich immerhin, was die „Group of Seven“ so trieb (sie haben gemalt) und habe ein paar spanndende, schöne Werke gesehen. Nicht nur aus Kanada, auch aus Südamerika.

Mit dem UberX zum Flughafen Toronto

Gegen 13 Uhr waren wir dann mit allem durch und brachen Richtung Flughafen auf. Da wir mit unseren 2 großen schweren Koffern keine Lust auf zweimal umsteigen bei öffentlichen Verkehrsmitteln hatten, schaute ich nochmal in die Uber App. Diesmal wieder UberX, da die Strecke zum Flughafen ja ein Stück weiter ist. Für knapp 32 $ – also 21 € könnten wir zum Flughafen gefahren werden. Da mussten wir nicht lange überlegen. Also „Bestellen“ gedrückt und nach keinen 2 Minuten rollerte schon ein weißer Jetta auf uns zu. (Das ist der Golf mit Kofferraum.) Am Steuer ein ca. 60 Jahre alter Kanadier mit indischem Ursprung, der seit 40 Jahren in Kanada lebt und seit 8 Monaten für Uber fährt. Wir haben uns gut unterhalten, über Kanada, Indien, Uber und Autos. Ich war Uber gegenüber immer skeptisch, der Fahrer war jedoch begeistert. Nach seiner Schilderung sind die Nutzer eher gebildet (seit 8 Monaten noch keinen Probleme mit Fahrgästen) und – was ich sehr spannend finde: Jeder $ bei Uber ist ein versteuerter $. (wohl nicht bei Uber, schließlich machen die Riesenverluste, wohl aber bei den Fahrern.) Schließlich läuft alles digital und wird getrackt (also aufgezeichnet). Selbst die Zahlung erfolgt rein digital mit der Kreditkarte. Man muss nicht mal über das Thema Zahlung oder Preis reden, weil der Preis von Anfang an feststeht. Nach gut 30 Minuten waren wir am Flughafen. Deutlich zu früh wie immer, aber so einen Flug will man ja auch nicht verpassen. Und das war es schon mit dem Kanada Urlaub – wenn nichts aufregendes in Amsterdam passiert. So sitze ich jetzt hier abends um 22 Uhr im KLM Flieger irgendwo über dem Atlantik und höre mir beim schreiben die Auswahl der niederländischen DJs aus dem Bordprogramm der KLM an und klappe den Laptop jetzt wieder zu.

Gegen 6 Uhr Ortszeit (oder aber 0 Uhr kanadischer Zeit) landeten wir in Amsterdam. Von dort ging es weiter nach Nürnberg. Alles ohne große Probleme und Komplikationen. Uns fehlte nur eine Nacht. 🙂

Mit dem Mietwagen von Toronto zu den Niagarafällen

Vom Donnerstag den 25.05.2017 – Tag 19 – von Toronto zu den Niagara Fällen

Unsere zweite Nacht in Toronto war schon um 8 Uhr zu Ende. Heute sollte es an die Niagarafälle gehen und bereits für 9 Uhr hatten wir einen Mietwagen bestellt. Vorher kamen wir aber noch in den Genuss des inklusiven Hotelfrühstücks. Nach deutschen Frühstücksmaßstäben war das nicht so dolle. Es gab Bagel, Toast, etwas Obst, Kaffee, Orangen/Apfelsaft, Marmelade, Butter, Joghurt, verschiedene Cornflakes und das alles ausschließlich mit Papptellern, Pappbechern und Plastikbesteck. Dem Mädel am Tisch gegenüber beim Apfel aufschneiden mit einem Plastikmesser zuzuschauen war das erste Highlight des Tages.

Ein Mietwagen in Toronto

Zum Autovermieter hätten wir ca. 30 Minuten laufen können oder mit dem Bus fahren. Da es regelrecht schüttete entschieden wir uns für Bus fahren. Wir fuhren mit Linie 501 und waren nach ein paar Metern zu Fuß bei Discount Car Rentals angekommen. Es sah auch sehr nach Discount aus, der Verkäufer – oder in diesem Falle Vermieter – war aber sehr nett. Und er war neidisch darauf, dass in Deutschland die Führerscheine nicht ablaufen. Entsprechend vermute ich, dass das in Kanada anders ist. Er fragte dann noch höflich, ob wir mit einem Upgrade einverstanden seien – auf mein verwundertes „logisch“ entgegnete er, dass das nicht bei allen so sei. Statt eines gebuchten Toyoto Corolla (in Deutschland Auris) bekamen wir einen nagelneuen Toyota RAV 4 – einen (für kanadische Verhältnisse) kleinen SUV. Nach unserem 10 m Wohnmobil konnte mich nichts mehr erschüttern, erst recht nicht so ein Kleinwagen. Der Papierkram war etwas undurchsichtig, wie immer wenn man in nem fremden Land nen Vertrag unterschreibt, aber es war alles sauber. Wir hatten in Deutschland vorab über billiger-mietwagen.de gebucht: Inklusive waren unbegrenzte Kilometer, eine aufgestockte Haftpflicht, Glas- und Reifenversicherung und das alles ohne Selbstbeteiligung. Preis: Keine 40 €. Ich habe zur Sicherheit nochmal nachgefragt, ob wir bei ihm noch irgendwas „abschließen“ – das verneinte er. Kanada ist eben nicht Mallorca. Auf meiner Kreditkarte wurden dann noch 250 € Kaution blockiert. Übliches Vorgehen – ok.

Mit dem Auto zu den Niagarafällen in Kanada

Bei Sturzregen verließen wir den Hof und fuhren in Richtung Niagara on the lake. Das Fahren ist denkbar einfach. Wir fuhren ein paar Straßen bis auf einen Highway, dann ging es gefühlte 120 Kilometer gerade aus und dann wieder ein paar Nebenstraßen – schon waren wir da. Blöd bzw. wirklich anstrengend war nur die Kombination aus Starkregen, keiner Sicht und Sattelschleppern, die einen bei 100 km/h rechts überholen. In Kanada darf man überholen wo man will, die Geschwindigkeitslimits scheinen auch nur für Touristen zu gelten, aber so ist es ja immer. Ich hab jedenfalls versucht, mich dran zu halten. Froh war ich auch, dass wir Stadtauswärts fuhren. Auf der anderen Seite war ordentlich Stau. Eine nicht ganz neue Erfahrung war die Fastlane auf dem Highway. Die hatte ich mit dem Wohnmobil schon 2-3 mal gesehen aber nicht genutzt. Hier gab es die für ca 30 Kilometer und es war echt angenehmes Fahren. Nutzen darf die jeder Bus, Taxi oder eben Autos mit mindestens 2 Personen drin. Ansonsten war die Hinfahrt ein völliger Blindflug. Das Wetter war so beschissen, man konnte sehen, wer vor einem fährt, aber nicht ob am Straßenrand ein Haus oder ein Elefant steht.

Der Vorteil des schlechten Wetters war, dass niemand zu den Niagarafällen fährt. Wir kamen nach ca. 90 minütiger Fahrt an, zahlten 18 $ für unseren Parkplatz stiegen bei strömendem Regen aus. Es zogen dichte Wolken-/Nebenfelder durch. Man konnte echt kaum was von den Fällen sehen, aber die Kraft des Wassers und Riesigkeit der Fälle deutete sich an. Nachdem wir also fast durchgeweicht die ersten schlechten Fotos gemacht hatten, zogen wir uns in das Besucherzentrum zurück. Hier kauften wir uns Regencapes (hätten wir früher machen sollen) und warteten dann bei einem Kaffee von Tim Hourtons darauf, dass sich das Wetter etwas bessert. Gegen 14 Uhr sollte es besser werden und wurde es. Wir gingen also wieder raus. Machten unsere Fotos und staunten nicht schlecht über all den Cirkus am Rande der Wasserfälle. Sowohl auf kanadischer als auch auf us-amerikanischer Seite gibt es Casino(s), Hotels, Restaurants…. sogar ein Riesenrad gibt es. Wenn das nichts ist.

Gegen 15 Uhr waren wir fertig mit Wasserfällen für diesen Urlaub und suchten uns bei Google Maps noch ein Outlet. Wenn man schon einen Mietwagen hat, muss man das ja auch ausnutzen. Wir fuhren in das wenige Kilometer entfernte Canada One Outlet (Adresse: 7500 Lundy’s Ln, Niagara Falls, ON L2H 1G9, Kanada). Auch hier – erfreulicher Weise – überhaupt nichts los. Neben Tommy Hilfiger, Nike, Adidas, Reebok, Rockport, Roots Canada gab es hier noch ca. 20 andere kleine Outletshops von uns mehr oder weniger bekannten Marken. Wir waren in vielen kurz drin und aus vielen schnell wieder raus. Bei Tommy Hilfiger haben wir uns länger aufgehalten, da sowohl Auswahl als auch Preise für europäische Maßstäbe echt gut waren. Die Preise waren in Kanadischen Dollar ausgeschrieben. Oben auf dem Regal stand dann meist noch 30 – 40% Rabatt. Dann musste man noch 13% Steuer draufrechnen und das ganze durch 1,5 teilen um den € Betrag zu bekommen. Wir wurden mehrfach fündig. Beim nächsten Mal Kanada / USA, wird unser Koffer auf dem Hinflug definitiv nicht voll sein.

Gegen 17 Uhr starteten wir wieder in Richtung Toronto. Wir hatten das Auto zwar bis zum nächsten Tag, aber parken ist in Toronto auch nicht so der Hit und wir wollten es gern wieder loswerden. Bis 19 Uhr hatte der Vermieter geöffnet und inklusive Rushhour, Stau und Tanken waren wir gegen 18:50 wieder beim Vermieter. Die Rückgabe war unkompliziert, und die Kaution auf der Kreditkarte wurde wieder freigegeben. Wir haben mit dem Toyota RAV 4 für die ca. 280 Kilometer ca. 22 Liter gebraucht und alles in allem inklusive Mietwagen, Parkplatz & Sprit für den Niagara Ausflug 72 € ausgegeben. Auto mieten macht für so einen Ausflug ab Toronto nach Niagara definitiv Sinn.

Ungefähr ein Tag in Toronto

Vom Mittwoch den 24.05.2017 – Tag 18 – ungefähr ein Tag Toronto

Gegen 9:20 klingelte unser Wecker im Hotel Super 8 in Toronto Downtown. Die Idee mit dem Frühstück verwarfen wir direkt wieder und schliefen weiter. Gegen 12 standen wir auf, gegen 13 Uhr waren wir fertig für Toronto. Das Wetter schien ganz gut zu sein. Alles ist besser als der Dauerregen, der vorausgesagt war. Nachdem unser Uber Fahrer Kensington Market so explizit erwähnt hatte, gingen wir dorthin fürs Frühstück. 10 Minuten zu Fuß und schon waren wir da. Sieht bissel aus wie ne Mischung aus Hamburger Schanze, Nürnberg Gostenhof und Fusion Festival. Einen Platz bzw. Market haben wir nicht gefunden, dafür aber die Kensington Avenue. Eine Straße und ein paar Abzweige mit vielen kleinen Läden, Cafes und Restaurants. Alles etwas alternativ. Wir hatten ein super Frühstück im Our Spot Cafe und zogen weiter. Mit der Straßenbahn ging es nach Norden. Der Ticketautomat draußen wie auch in der Straßenbahn war nicht in Betrieb. Wir fuhren trotzdem damit. Wir mussten dann noch umsteigen, wo man ein Ticket zum rauskommen benötigte. Am Schalter nachgefragt, sagte der „Beamte“, wir sollten das Geld in eine Art „Sparbüchse“ vor ihm werfen und dann im Anschluss ein paar Schritte weiter, ein Ticket (nur durch Knopfdruck – ohne Bezug zu Geld oder Tarif) ziehen und in den Bus steigen. Kam uns komisch vor, machten wir aber so und funktionierte. Später sahen wir dann, dass nicht immer 3,25$ in diese Spardosen flogen. Scheinbar reichte auch die Geste dort Geld reinzuwerfen. Aber gut, wir sind Touristen in einem fremden Land….

Wir fuhren bis Ecke Davenport Road / Spadina Road – und liefen dann noch einige Meter bis Casa Loma. Dieses umkreisten wir ein wenig, machten Fotos und zogen weiter Richtung Yongestreet. Die Sonne brannte inzwischen ordentlich. Wir waren froh, als es in der Yongestreet wieder Schatten gab. Wir liefen die Straße ziemlich weit bis runter ans Wasser, das hätte man vielleicht auch mit einem Bus verkürzen können, aber gut. Ein kurzer (erfolgloser) Abstecher in eine Shopping Mall und dann am Wasser direkt zum Stand für Hafenrundfahrten. Die Hafenrundfahrt in Victoria hatte uns auf den Geschmack gebracht. Glück gehabt. Wir waren kurz vor 17 Uhr da und bekamen das letzte Boot. Man konnte schon am Steg sehen, dass der Ontariosee gerade etwas über seinem Normalpegel steht. Von Hochwasser in Kanada hatten wir in den Nachrichten auch schon öfter gehört. Wir fuhren mit dem Boot ein wenig am Ufer entlang und hörten von einer relativ lustlosen Dame Belanglosigkeiten zu den Häusern in Ufernähe. Wir fuhren an dem kleinen Flughafen Toronto City vorbei, der auch nur noch knapp über Wasserkante operierte und weiter ging es zu den Toronto vorgelagerten Inseln. Diese sind wegen dem Hochwasser aktuell aber völlig für Besucher gesperrt. Und so beschränkte sich die Hafenrundfahrt hauptsächlich darauf, weit genug vom Ufer wegzufahren um einen schönen Blick auf die Skyline von Toronto für Fotos zu bekommen. Nach ca. 50 Minuten war die einstündige Hafenrundfahrt beendet. Ehrlich gesagt, die kann man sich sparen. (Genauso wie Stadtrundfahrten in Reykjavik, aber das ist ein anderes Thema). Unübersehbarer Teil der Torontoer Skyline ist der über 500 Meter hohe CN Tower. Auf den mussten wir natürlich auch noch rauf. Los war zum Glück gar nichts, so dass wir relativ schnell im Fahrstuhl nach oben standen. Ehrlich gesagt, der ist verdammt hoch. Als wir mit dem Lift in die Höhe schossen, dachte ich mir mehr als einmal, reicht, ich seh schon alles. Oben angekommen auf 342m Höhe der ersten Aussichtsplattform, kann man dann durch mehr oder minder saubere Scheiben den Blick auf Toronto genießen. Leider nicht völlig, da teilweise gebaut wurde. Auf der gleichen Etage ist auch ein Restaurant, welches das ungezwungene Nase-an-der-Scheibe-platt-drücken an einigen Punkten etwas trübt. Man kann auch eine Etage nach unten gehen und dort „raus“ gehen. Hier gibt es keine Scheiben, sondern Gitter und frische Luft. Je nachdem auf welcher Seite man sich befindet, ist das ganz angenehm oder sauwindig. In über 300 Metern Höhe weht eben ein Wind. Jetzt war mir auch klar, warum der Turm oben immer ganz leicht schwingt. Ich war schon froh, als ich wieder unten war. Kaum in Sicherheit, knurrte der Magen wieder. Also gingen wir nochmal in die Kensington Avenue um uns was fürs Abendbrot zu suchen. Wir wurden fündig in einem Ungarisch-Thailändischen Restaurant und es war saulecker. Ich hatte ein Curry, es hätte aber auch Gulasch gegeben. Geile Kombination.

Tag 17 in Kanada – Abgabe des Wohnmobils und weiter nach Toronto

Von Dienstag dem 23. Mai 2017 – Tag 17 – Wohnmobil Rückgabe, Flug nach Toronto, die erste Fahrt mit Uber, Nachts vom Toronto Flughafen nach Donwtown

Die letzte Nacht in unserem Wohnmobil war zu Ende als der Nebenmann von seinem Busähnlichen Wohnmobil (ja noch größer als unseres) morgens um 7 Uhr den Diesel anmachte und ca. ne halbe Stunde laufen ließ. Es war schon sommerlich warm draußen und wir stellten auch bei Tageslicht fest, dass der RV Park in dem wir gelandet waren, sehr gepflegt war. Einige Leute schienen hier zu wohnen bzw. sehr regelmäßig zu sein. Einige der Riesen Wohnwagenanhänger waren überdacht und hatten Blumenkästen. Ganz nett für eine Nacht. Wir haben unser RV etwas ausgefegt, zum letzten Mal black & grey water abgelassen und uns auf den Weg gemacht. Am Empfang noch schnell gezahlt – hier zeigte sich auch, dass der Hazelmere RV schon viele Auszeichnungen gewonnen hatte. Wäre ich nie im Leben drauf gekommen, aber man kann ja auch mal den Richtigen RV-Park wählen. Für Full hook up haben wir abzüglich 10% Rabatt für irgendeine Clubkarte, von der ich nicht weiß, ob wir sie haben, 44,65 $ bezahlt. So schloss sich der Kreis wieder. Bei unserer ersten Übernachtung in Hope, wurden uns 10 % erlassen, weil wir mit nem Mietmobil unterwegs sind. Danach hat es keinen mehr interessiert und wir haben auch nicht mehr nachgefragt – und nun bei der letzten Übernachtung also nochmal 10% Rabatt. Ist doch nett. Wir fuhren dann das letzte Stück Richtung Abbordsford durch eine ewige 60 Zone – auch hier wieder Mount Baker schräg rechts voraus im Blick. In Abbordsford haben wir nochmal für versöhnliche 1,199 $ / Liter vollgetankt. Gute 121 Liter.

Die Wohnmobil Rückgabe bei Four Seasons in Abbotsford

Angekommen bei Four Seasons ging es dann erstaunlich schnell. Wir fuhren gegen 10:40 Uhr auf den Platz, packten unsere Koffer aus. Einige andere Rückkehrer warteten schon, der Shuttle Richtung Flughafen stand auch schon bereit. Die Dame von Four Seasons ging einmal ums Auto, stellte fest, dass nichts kaputt ist und fragte nach Problemen. Ich habe ihr dann gesagt, dass ich nicht sicher bin, ob auch nur eine der Rückleuchten funktioniert. Haben wir gestern Abend erst gesehen, vielleicht auch deswegen der Hinweis nicht nachts zu fahren 🙂 Der Abfluss der Spüle war ebenfalls leicht undicht, aber schon vom ersten Tag an. Nichts Störendes. Da wir unbegrenzte Kilometer gebucht hatten, war auch der Kilometerstand unwichtig. Wir haben jedenfalls ca. 2400 Meilen – also ungefähr 3.900 Kilometer abgerissen. Unterwegs haben wir ja schon recht locker unsere Planung umgeschmissen und am Ende mit Vancouver Island und Tofino noch ein paar hundert Kilometer ran gehängt. Schon gut, dass das keine Extrakosten (abgesehen vom Sprit) verursacht hat. Einige der andere Rückkehrer haben ordentlich nachgezahlt. Jedenfalls lief die Rückgabe so organisiert und problemlos wie die Übernahme des Fahrzeugs. Das ist wirklich gut organisiert. Der Shuttle brachte uns dann (diesmal mit verschlossenem Gepäckanhänger) wieder zum Flughafen nach Vancouver und gegen 12.30 Uhr waren wir schon am Flughafen. Da unser Flug nach Toronto erst um 17 Uhr geht, konnte ich hier die Zeit nutzen und die Erlebnisse der letzten Tage aufschreiben.

Mit Air Canada von Vancouver nach Toronto

Der Flug von Vancouver nach Toronto mit Air Canada war recht unspektakulär. Ich hatte das damals über die amerikanische Seite priceline.com (zu der übrigens auch booking.com und swoodoo.com) gehören gebucht, weil ich dachte, es wäre dann günstiger. Großer Fehler, vom $-Preis hab ich mich ein wenig täuschen lassen – nur dass mir bei der Buchung der „falsche“ Dollar – der US-$ gezeigt wurde. Gab dann in Euro nochmal ne kleine Überraschung. Blöd bei der Buchung des Inlandsflugs in Kanada war auch, dass die Flüge separat gebucht teurer sind, als in Verbindung mit einem transatlantischen Flug. Hätte ich das gewusst, hätte ich den gleich mit den KLM Flügen über swoodoo zusammen gebucht. Aber gut. Und zu guter Letzt: Ich konnte vorher keine Koffer mitbuchen. Vielleicht hab ich mich auch zu blöd angestellt. Somit musste ich also noch beim Online Checkin auf dem iPhone unsere 2 Koffer mit anmelden. 25,75 kanadische Dollar je Koffer fallen bei der Reise nun aber auch nicht mehr ins Gewicht.

Der Flug von Vancouver nach Toronto dauert 4 Stunden. Muss man sich mal überlegen, 4 Stunden für einen Inlandsflug. Kanada sind eben andere Dimensionen als Europa. Wir flogen auf den internationalen Flughafen von Toronto (Pearson International). Es gibt auch einen Flughafen direkt an der Innenstadt (Toronto City) – dahin fliegt Air Canada Express mit kleineren Maschinen auch von Vancouver. Dieser Flughafen hat eine sehr kurze Start-/Landebahn, weswegen er sicherlich nichts für jeden ist.

Von Toronto Pearson nach Toronto Downtown in der Nacht

Bei unserem Flug haben wir eine Zeitverschiebung von 3h gutgemacht. Wir waren nun also im Vergleich zu Deutschland nur noch 6 Stunden statt 9 Stunden hinterher. Gestartet um 17 Uhr, landeten wir in Toronto gegen 00:30 Uhr. Wir waren ca. der vorletzte Flug der in Toronto ankam, entsprechend ausgestorben war der Flughafen. Jetzt mussten wir noch irgendwie nach Downtown – also in die Innenstadt – zu unserem Hotel kommen. Für ein Taxi waren wir zu geizig und auch Uber wollte gute 60 $ haben. Später mehr zu Uber. Wir brauchten also einen Bus und ich muss sagen, auch hier hat Google Maps uns großartige Dienste geleistet. Die Anzeige von Bus & Bahn Verbindungen hat großartig funktioniert. Das ändert aber nichts daran, dass wir zweimal umsteigen mussten. Unser erster Bus sollte der 192er Bus sein. Wir stiegen ein und erfuhren direkt, dass wir bei der Fahrerin nur passend zahlen können. Nachts um 1 Uhr ist es ein schwacher Trost, wenn diese dann darauf verweist, dass in 10 Minuten der nächste fährt. Also wieder raus, Ticket kaufen. Der große Automat mit Display und großer Aufschrift Tickets war natürlich der falsche Automat. Der kleine unscheinbare rote rechts daneben war der Richtige. Scheinbar gibt es nur einen Tarif, in Abhängigkeit ob man Kind, Erwachsen, Rentner oder sonst irgendwie zu Ermäßigungen berechtigt ist. Nachdem wir das geblickt hatten, war das eigentlich ganz gut – keine Tarifzonen. Nächste Hürde: Der Automat sieht zwar nicht so aus als würde er Kreditkarten akzeptieren, tut er aber. Die Bestätigung der Zahlung dauerte allerdings ein wenig. Ich konnte mir bildlich vorstellen, wie das kleine Männchen im Automaten in Deutschland anruft und fragt ob die Karte für 3,25 kanadische Dollar gut ist. Waren wir. Zweimal sogar. Mit dem Ticket ging es dann in den nächsten Bus. Hier war die Busfahrerin deutlich entspannter drauf. Wir bekamen von ihr einen Fahrschein und konnten unseren am Automaten gelösten behalten. Die hätte uns wahrscheinlich auch schon vor 10 Minuten mitgenommen. Wir fuhren ein paar Stationen über die Autobahn bis Kippling Station. Nett wie die Fahrerin war, sagte sie uns auch nochmal, dass wir jetzt in den 300er Bus steigen müssten und dass die Ubahn um diese Zeit nicht mehr fährt. Wir gingen also zum Steig für den 300er Bus und freuten uns, dass wir früher dran waren. Umsonst: Zweimal fuhren 300er Busse an unserem Steig vorbei, obwohl es bei uns angeschrieben war. Wir zweifelten schon stark an uns und wollten gerade schauen gehen, als es an unserem Steig voller wurde. Einen warten wir noch ab – mal sehen, wie die Kanadier reagieren, wenn der Bus an ihnen vorbei fährt. Jeder weiß was jetzt kommt. Der nächste Bus hielt genau an unserem Steig. Alles muss ich auch nicht verstehen. Nun fuhren wir unzählige Stationen, die je ca. 500m auseinander lagen Richtung Innenstadt. Tagsüber sollte man diese Buslinie wohl für lange Strecken meiden. Nachts ging es eigentlich. Wir stiegen an der Haltestelle Spadina TTC Station aus. Für die letzten 1,8 Kilometer hätten wir jetzt nochmal in einen Bus umsteigen müssen. Zum laufen waren wir – inzwischen kurz vor 2 Uhr – aber auch zu faul. Da fiel mir wieder Uber ein. Mit einem Startgutschein über 15$ konnte es doch jetzt nicht mehr so teuer sein.

15$ Startgutschein Uber: mivmhx

Ich öffnete also die App und schaute was angeboten wird. UberX – vergleichbar mit nem Taxi  – lag bei 0 $ (also weniger als unserer 15$ Startguthaben). Uber Premium lag ebenfalls bei 0 $. Also dachte ich mir, probieren wir es aus. Ich klickte bei Uber Premium auf „Bestellen“ und schon sah ich das Profil des Fahrers und sein Auto. Auf der Karte konnte ich verfolgen wie sich ein kleines Uber Auto zu unserem Standort bewegte. Klein übrigens nur für kanadische Verhältnisse: An der Ampel gegenüber tauchte ein Audi Q7 auf und ich winkte mit dem Handy, denn laut App, sollte uns ein Audi Q7 abholen. Er kam zu uns, fragte ob ich Mr. Christoph sei, und schon gings los. Koffer in den Wagen und die Straße runter. Der Fahrer war sehr nett und beglückwünschte uns erstmal zur Lage unseres Hotels. Wir hatten scheinbar ins Schwarze getroffen, gleich rechts sei Kensington Market (keine Ahnung was das ist) und etwas weiter unten sie die Einkaufsstraße mit sämtlichen Geschäften. Die Fahrt ging recht schnell, waren ja nur 1,8 Kilometer. Unser Fahrer hatte aber scheinbar ein Hotel erwartet, welches zu seinem Q7 passt. Denn das erste Mal fuhr er am Hotel vorbei, weil er es nicht gesehen hatte. Aber er war sehr nett, wendete und wir fuhren vor. Er staunte nicht schlecht, wo wir uns da eingebucht hatten. Super 8 Motel Toronto Downtown lag im 3. und 4. Stockwerk der Chinatown Shopping Center Passage. Wenn man nicht weiß, dass da ein Hotel ist, würde man es nicht erwarten. China Town war schon etwas schmuddelig. Aber gut. Die Hotel Lobby war 24h besetzt und unser Zimmer machte einen sehr guten Eindruck. Wir hatten 2 Doppelbetten und ausreichend Platz im Zimmer. Das Super 8 ist von innen eindeutig besser als von außen. 2:30 Uhr: „Gute Nacht Toronto“.