Vancouver Island – am Strand liegen bei Nebel in Tofino

Von Sonntag dem 21. Mai 2017 – Tag 15, Ucluelet, nochmal Frank Island, Malahat

Diese Nacht haben wir wieder deutlich besser und länger geschlafen. Ist schon ein besseres Gefühl, wenn man weiß auf welchem Platz man übernachten darf. Andererseits bin ich nachs wach geworden, weil ein dumpfes regelmäßges Geräusch in der Ferne ertönte. Als wenn ein Schiff im Hafen hupt. Kurz hab ich überlegt ob es ein Tsunami Alarm sein könnte, aber dafür war es irgendwie zu unaufgeregt. Und Autos konnte ich auch nicht vom Campground flüchten hören. Irgendwann bin ich dann wieder eingeschlafen.

Nach einer Dusche machten wir uns Abreise-fertig und fuhren noch bis ans Ende von Ucluelet bis zum Lighthouse, auch Leuchtturm genannt. Es gibt zwei Parkplätze, wir fuhren bis zum hinteren und fanden noch ausreichend Platz für unser Gefährt.

Lighthouse Loop Trail – lohnt sich

Hier wurde dann auch zufällig mein nächtliches Geräuschproblem aufgelöst. Am Leuchtturm gab es dieses dumpfe Geräusch nur lauter. Eine Art Nebelhorn, welches wohl durch die Wellen ausgelöst wird. Druck und Physik und so. Ein Nebelhorn war aber auch dringend notwendig, denn man sah auf dem Wasser rein gar nichts. Die Sicht aufs Meer war ca. 30 Meter. Nebelschwaden zogen vorbei. Es sah aus, als wären die Wolken vom Himmel gefallen. Wir liefen dann noch den Lighthouse Loop Trail. Eine ca. 2,5 km langen Rundweg, der auf dem Pacific Rim Trail  (10 km einfach) aufbaut und eben Besucher-freundlich wieder da endet, wo man losgelaufen ist. Dieser Trail hat echt Spaß gemacht. Da wir ja bisher aufgrund unserer Bärenangst nicht wirklich groß wandern waren, hat es Spaß gemacht, diesen Rundweg zu gehen. Es ging das erste Stück direkt am Ozean entlang und das immer durch diesen wahnsinnig beeindruckenden Wald mit seinen dicken, hohen Bäumen und dem dichten Unterholz. Wölfe sind sehr aktiv in dieser Gegend stand auf Schildern. Wichtige Hinweise zu Wölfen lauf Hinweis Schild: Nicht weglaufen. Nicht laut oder böse werden. Mit ihnen normal reden und sich groß machen. Und, der beste Tipp überhaupt: Wenn einen ein Wolf angreift, soll man („fight back“) sich doch bitte wehren. Der Trail war gut besucht, d.h. wir haben nicht damit gerechnet einen Wolf zu treffen. Was diesen Trail so schön gemacht hat, war u.a. dass alle 100 Meter eine mit viel Liebe zum Details ausgestaltete Picknick Ecke oder eine Bank kam. Auf dem Trail hat sich echt jemand ausgespielt. Es macht Spaß dort lang zu laufen. Und der Blick auf den Ozean und die kleinen Strände und Buchten war ebenfalls wundervoll. Es war noch so neblig, dass man sich ein wenig an Fluch der Karibik erinnert fühlte. Irgendwann ging dann der Trail durch den Wald wieder zurück zum Parkplatz. Auf dem letzten Stück konnte man lautstark Seehunde hören, die wohl auf einer der vorgelagerten Felsen rumlagen und sich was erzählten. Sehen konnten wir sie aber nicht. Gegen 11 Uhr verließen wir den Lighthouse Parkplatz und entschlossen uns nochmal zum Chester Man Beach bzw. zu Frank Island zu fahren, da es gestern so schön dort war und wir v.a. eine geschützte Ecke suchten um die Sonne ohne Wind zu genießen. (Trotz Nebel gab es da etwas Sonne von oben).  Also wieder 30 km nach Norden Richtung Tofino. Wieder in die Lynn Road und wieder zu den Frank Islands. Alles wie gestern. Der Wind kam aus einer leicht anderen Richtung aber wir machten es uns wieder gemütlich. Wir waren heute früher da und konnten sehen, dass der Übergang zu Frank Island offenbar nass war und wohl bei Flut überspült ist. In der Sonne habe ich die Augen zu gemacht, Katrin hat gelesen. Als ich dann mal Richtung Strand schaute, erschrak ich kurz, denn der gegenüberliegende Strand vom Festland war weg. Nicht, dass die Flut gekommen wäre, die Nebelschwaden waren nur so stark durchgezogen, dass man das andere Ufer nicht sehen konnte. Allerdings war so viel Bewegung drin, dass es bald wieder erschien.

Von Tofino nach Süden bis Malahat

Gegen 14 Uhr hatten wir dann genug und machten uns auf den langen Weg Richtung Victoria. Die ersten 50 km und die letzten 50 km waren die mühsamsten. Das erste Stück wieder die schmalen, kurvigen, bergigen Straßen und die letzten weil ich echt keine Lust mehr zu fahren hatte. Wir mussten ja den gleichen Weg zurück bis Nanaimo und von da noch ein gutes Stück auf Highway 1 nach Süden. Einziges Highlight war zwischendurch die Cathedral Grove mit wunderschönen alten Bäumen. Zwei Rundwege laden dazu ein, im Wald zu laufen und diese Riesen aus nächster Nähe zu bewundern. Da es inzwischen deutlich wärmer als an der Küste war, tat es richtig gut, durch diesen wunderschönen, kühlen Wald zu laufen.

Ansonsten war die Fahrt lang(weilig). Gegen 19 Uhr erreichten wir unser Ziel und ich wäre fast vorbeigefahren. So eine schlechte Auffahrt zum Camingplatz habe ich auch noch nicht erlebt. Man fährt den Highway 1 runter und dann plötzlich und schlecht ausgeschildert – eine 45 Grad Abbiegung quasi sehr scharf rechts und dann direkt bergauf einen Schotterpfad einspurig in den Wald. Was haben wir da nur wieder gebucht. Naja. Der Campingplatz – die Cedar Springs Ranch – ist in Ordnung. Die Lage ist nicht besonders. Aber auch das war ja eine Notbuchung, bis vor einer Woche dachten wir ja noch, ganz Vancouver Island würde auf uns warten – und v.a. dachten wir vor einer Woche noch, dass Vancouver Island für uns nur ein Tagestrip wäre. Am Campingplatz haben wir dann noch einen Moment gebraucht um uns zurecht zu finden. Man muss an dem blauen Haus vorbeifahren, bis weit auf das Gelände, bis man das auf der Webseite gezeigte Office Gebäude sieht. Das blaue Haus vorne ist an jemanden vermietet, der zwar sehr hilfsbereit ist – seine Frau scheint es aber nicht witzig zu finden, dass sie jedes Mal die Neuankömmlinge begrüßen 😀  Nachdem wir uns eingerichtet hatten, ging es schon mal daran, den ersten Koffer zu packen. Was anderes kann man da eh nicht machen. Wir hatten Platz Nummer 7 relativ am Anfang an einem Bretterzaun. Auf der anderen Seite vom Zaun ein riesiger Schrottplatz, dann der unüberwindbare Highway, dann ein paar Bäume und dann Wasser. Auf der anderen Seite des Highways wäre es sicherlich schöner gewesen. Aber gut, packen müssen wir ja auch mal. Morgen dann Victoria B.C.

Auf Vancouver Island unterwegs – Tofino und Ucluelet

Von Samstag dem 20. Mai 2017 – Tag 14, Vancouver Island, Tofino, Ucluelet,

Von Nanaimo nach Tofino

Wir hatten eine unruhige, für unsere Verhältnisse kurze, Nacht im Brannen Lake RV Park & Campsite. Da wir neben dem Bürogebäude geparkt hatten, fuhren auch nachts immer mal wieder einzelne Autos quasi direkt an unserem Bett vorbei. Das Frühstück hielten wir äußerst kurz und machten uns auf den Weg nach Tofino. Vorher warf ich noch schweren Herzens den Umschlag mit 31,50 $ durch den Schlitz der Bürotür. Wir hatten zwar rein gar nichts bekommen, aber wir haben auf ihrem Gelände übernachtet. In nem fremden Land fängt man lieber keinen Streit an. In Parksville haben wir noch getankt – 80 $ zu 1,279 $ je Liter. Wider Erwarten ist Tofino – bis man Parksville erreicht – quasi nicht ausgeschildert. So fuhren wir auch einen kleine Extrarunde bis wir dann den Highway 4 fanden. Highway ist etwas übertrieben. Es ist ne Bundesstraße, die auf den letzten 50 km eher zu einer schlechten Landstraße mutiert. Nachdem es erst recht entspannt vorbei an Seen, Flüssen und durch Wälder ging, geht es das letzte Stück nochmal über die Berge. Bis zu 18% Gefälle müssen überwunden werden, was aber für unsere 10 Zylinder kein Problem war. Die Straße ist aber streckenweise recht schmal (aber immer zweispurig) und einfach schlecht. Aber gut, der ein oder andere Sattelschlepper fährt die Strecke auch und wir haben es auch überstanden. Alles in allem aber gut 3 Stunden von Nanaimo bis Tofino.

Tofino ist auch nur ein Ort

In Tofino bzw. davor haben wir erstmal am Long Beach angehalten. Pa Zi Fik. Schwer zu fassen, dass man jetzt wirklich am anderen Ende der Welt am anderen Ende von nem Ozean steht. Das Wetter war traumhaft sonnig, ca. 17 Grad und ordentlicher Wind. Am Long Beach haben sich viele Surfer in die Wellen gestürzt. Wir haben erstmal was gegessen um dann weiter nach Tofino in den Ort rein zu fahren. Tofino ist ein kleines Nest. Große Parkplätze für Scharen an RVs gibt es nicht. Wir haben 2 Runden gedreht und uns dann an der Ecke Arnet Roard, First Street an der Straße hingestellt um ein wenig durch den Ort zu spazieren. Ist ganz nett, aber wenn man nicht eine Walbeobachtungstour oder einen Surfkurs buchen will, ist man auch schnell durch mit Tofino. In einem Park war noch ein kleiner Markt, wo lokale Händler ihrer Waren anboten und eine kleine Band gespielt hat. Alles ganz entspannt und eigentlich ganz nett. Wir haben noch einen Kaffee getrunken (Es wäre mal interessant zu wissen, wieviel Kaffee weltweit wegen WLAN Zugang in Cafes verkauft wird) und sind dann wieder aus dem Ort raus. Wir wollten noch zum Chesterman Beach. Wir haben in der Lynn Road Ecke Chesterman Beach Road seitlich ganz entspannt geparkt und sind dann zufällig genau an der Spitze auf die Frank Island zu gelaufen. Eine kleine Inselgruppe in Privatbesitz zu der man bei Ebbe einfach trockenen Fußes rüberlaufen kann. Auf den Inseln sind 2-3 Häuser und man darf sie nur bedingt betreten. Wir haben es uns dann im Schatten der Insel mit Blick auf Chesterman Beach im Sand gemütlich gemacht. So lagen wir im Windschatten und konnten die Sonne völlig genießen. Das war richtig schön warm und gemütlich.

Ucluelet kann locker mithalten

Nach 2-3 Stunden brachen wir auf Richtung Zeltplatz. Für heute abend hatten wir mit Ach und Krach noch einen unserviced Platz am Ucluelet Campground bekommen. Nach dem Reinfall am Vortag bei Nanaimo, wollten wir auf jeden Fall noch jemand persönlich antreffen und waren gegen 18 Uhr am Campground. Dieser liegt gleich am Anfang von Ucluelet mit schöner Sicht auf den Hafen. Das war endlich mal wieder ein schöner Campingplatz. Organisiert waren sie auch. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, sind wir noch zum Big Beach runter gelaufen – knapp 2 Kilometer vorbei an neuen Häuschen im Wald. Bauplätze in Kanada sehen ungefähr so aus: Mit dem Radlader in den Wald fahren und was beiseiteschieben. Haus drauf. Fertig. Der Big Beach war recht schön, aber big ist der Strand nicht wirklich. Long Beach war jedenfalls ein Vielfaches von Big Beach. Abends dann noch ein obligatorisches Lagerfeuer, das Holz musste eh weg. Entsprechend der „no tolerance“ gegenüber „long weekend partiers“ hatten wir auf unserem Campingplatz eine sehr ruhige Nacht.